Costa Rica – Pura Vida und Dschungel, so weit das Auge reicht

Ich habe schon viel über Costa Rica gehört und es war bereits seit langem auf meiner Bucket List. Nun war es endlich so weit. Ich hatte 2,5 Wochen, um das kleine Land mit seinen 5 Mio. Einwohnern zu erkunden. Costa Rica ist kleiner als Bayern und doch muss man einige Zeit für Überlandfahrten einplanen. Es herrscht viel Verkehr und die Straßen sind meist nur einspurig in jeder Richtung befahrbar. Brücken sind oftmals nur eine Spur breit und der Gegenverkehr muss warten. Außerhalb von Ortschaften liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h, innerorts bei 40 km/h. Das Land wird über den neuen Hafen bei Limón mit Gütern aus aller Welt versorgt und die Welt erhält von hier die Bananen-Lieferungen der bekannten großen Anbieter, die wir aus dem Supermarkt kennen. Entsprechend stark ist auch der Verkehr, um die Ladungen der Ozeanriesen zu löschen. Aktuell sind jedoch zahlreiche Arbeiten an den Straßen im Gange, die einen zweispurigen Ausbau zur Folge haben werden.

Am Vulkan ArenalBraulio Carrillo Nationalpark
Kolibri

Tortuguero Nationalpark:

Ich komme an einem Sonntagabend am Flughafen von San José an. Das Flughafengebäude macht einen modernen Eindruck. Ebenso schnell und professionell ist die Einreise und die Gepäckausgabe. Der Schwerpunkt meiner Reise liegt auf der Natur und den Nationalparks des Landes. Ich bleibe eine Nacht in San José, bevor es am frühen Morgen in den Tortuguero Nationalpark an der Karibikküste geht. Zwischen Deutschland und Costa Rica liegen im Mai 8 Stunden Zeitverschiebung und daher bevorzuge ich einen organisierten Bustransfer Richtung Nationalpark.

Die Fahrt führt durch den malerischen Braulio Carrillo Nationalpark und weiter zwischen weitläufigen Bananenplantagen hindurch nach La Pavona. Per Boot geht es über zahlreiche Flüsse und Kanäle inmitten üppiger Natur zur Mawamba Lodge. Diese liegt auf einem langgestreckten, dicht bewaldeten Landstreifen zwischen dem wilden karibischen Meer und dem Hauptkanal von Tortuguero. Die Lodge verfügt über einen schönen Pool, der zum Verweilen einlädt.

Nachmittags steht bereits ein Besuch im Dorf Tortuguero mit dem lokalen Reiseleiter auf dem Programm. Das Örtchen erreicht man innerhalb von 10 Minuten. Lohnenswert ist ein Besuch des Sea Turtle Conservancy Museums, das ganz dem Schutz der gefährdeten Meeresschildkröten gewidmet ist. Zwischen Juli und September kommen die Meeresschildkröten zur Eiabbalge an den Strand.

Noch vor dem Frühstück beginnt die Bootstour in den Kanälen des Tortuguero Nationalparks. Die Vögel stimmen das erste Konzert des Tages an, während die Affen sich gekonnt durch die Baumkronen hangeln. Zahlreiche Vögel sind bereits unterwegs und wir bahnen uns den Weg über die Wasserwege des Parks.

Am Nachmittag steht eine weitere Erkundungsfahrt mit dem Boot durch den Nationalpark auf dem Plan. Höhepunkt ist die Sichtung eines eigentlich nachtaktiven, kleinen Ameisenbärs (Tamandúa), der auf einem Baumstamm nach Ameisen Ausschau hält.

Am nächsten Morgen geht es mit Boot und Bus zurück nach Guápiles, wo ich meinen Mietwagen annehme. Der Mietwagenanbieter bringt die Fahrzeuge von San José nach Guápiles. Dieser Service wird von zahlreichen anderen Mitreisenden genutzt. Nach den ersten drei Tagen habe ich meinen Jetlag gut im Griff und nehme ausgeruht das Fahrzeug an. Diese Variante ist absolut empfehlenswert und lässt eine solche Reise angenehm und ausgeruht beginnen. Ich empfehle jedem die Buchung eines geländegängigen Fahrzeuges, da einige Zufahrtswege zu Hotels durchaus eine Herausforderung darstellen können und häufig nicht asphaltiert sind.

Maquenque Eco Lodge
Bootsfahrt Tortuguero Nationalpark
Rotaugenlaubfrosch
Karibikstrand
Soldatenara
Basilisk-Eidechse
Anfahrt zur Maquenque Eco Lodge

Südliche Karibikküste:

Die Fahrt nach Puerto Viejo de Talamanca an der südlichen Karibikküste dauert 3,5 Stunden und das für eine Fahrtstrecke von 120 km. Die vielen LKWs auf der Strecke fahren alle zum neuen Frachthafen bei Limón und lassen die Fahrt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h zu einer Geduldsprobe werden. Ich bleibe zwei Nächte im Cariblue Beach and Jungle Resort. Die nette 3-Sterne-Unterkunft liegt direkt am Meer, welches hier durch einen breiten Strand gesäumt ist. Die mächtigen Wellen sind jedoch eher was für Surfer als für Badegäste. Hier treffe ich auch das erste Mal auf ein Faultier, welches behäbig in der Baumkrone nach Futter sucht.

Heute steht ein Ausflug in den Cahuita Nationalpark auf dem Programm. Den direkt am Meer gelegenen Park erreicht man nach einer knapp 30-minütigen Fahrt. Er schützt einen grün bewachsenen Küstenabschnitt mit einsamen Sandstränden. Auf den Wanderwegen des Parks kann man Weißschulterkapuzineraffen, Mantelbrüllaffen, Faultiere und Waschbären erspähen. Ich mache eine Wanderung am Küstenstreifen entlang. Lokale Guides bieten vor Ort ihre Dienste an, was durchaus zu empfehlen ist, da einem ohne eine ortskundige Führung die gut getarnte Tierwelt des Parks teilweise verborgen bleibt. Man kann sich auch mit einem Boot zu einem vorgelagerten Riff bringen lassen und vor Ort die Unterwasserwelt erkunden, bevor man sich in der Mitte des Nationalparks absetzen lässt und die ca. 1-stündige Wanderung zum Eingang des Parks antritt. Zum Abendessen lohnt ein Abstecher ins Dorf. Bei rhythmischen Reggaeklängen kann man einen kühlen Cocktail probieren oder ein kreolisches Essen genießen.

Dschungel- und Strandwanderung
Im Regenwald
Faultier
Cahuita Nationalpark
Kapuzineräffchen
Playa Cocles

Sarapiquí:

Ich fahre wieder Richtung Norden in das abenteuerliche und von der Natur gesegnete Puerto Viejo de Sarapiquí. Im landwirtschaftlichen Zentrum des Landes erwarten mich Bananen-, Ananas- und Kaffeeplantagen, die alle zu Touren und Verköstigungen einladen. Die Region von Puerto Viejo de Sarapiquí bietet außerdem viele Aktivitäten, wie zum Beispiel Wildwasser-Rafting, Wanderungen im Braulio Carrillo Nationalpark oder eine Schokoladentour im Tirimbina Reservat.

Ich habe vorab eine Farm Tour auf der Finca Surá gebucht. Familie Surá führt mich über ihren Bio-Bauernhof mit Zitrus- und Maniokpflanzen, Zuckerrohr- und Ananasplantagen, die nachhaltig angebaut werden. Fischteiche mit Tilapia-Barschen ergänzen das Angebot. Einheimische aus der Umgebung kommen hierher und angeln sich die Barsche selbst. Eine Ananas, so lerne ich, braucht oftmals mehr als 1 Jahr, bis sie reif zum Verzehr ist! Die Großkonzerne bieten den Bauern 3 € für 25 Stück Ananas – nicht gerade ein toller Verdienst für einen so langen Reifungsprozess.

Grüner Leguan
Finca Surá
Ananas-Plantage
Vogelbeobachtung
Fisch von der Biofarm

Boca Tapada:

Anschließend fahre ich weiter in den Norden, bis fast an die Grenze zu Nicaragua, nach Boca Tapada, wo ich in der Maquenque Eco Lodge übernachte. Die Lodge erreicht man nur über einen Fluss, das Auto bleibt am anderen Ufer stehen und ich werde von einem Boot für die kurze Fahrt über den Rio San Carlos abgeholt. Die Lodge zeichnet sich durch die Möglichkeit einer Übernachtung in einem Baumhaus aus. Die Baumhäuser wurden nicht in die Bäume selbst gebaut, sondern stehen inmitten des Primär- und Sekundärwaldes auf eigens gebauten Gerüstkonstruktionen. Einige der Häuser stehen im tiefsten Dschungel und bieten somit einen hautnahen Kontakt mit den Waldbewohnern. Wer nachts nicht gerne nur mit einer Taschenlampe ausgestattet durch den Dschungel zu seinem Baumhaus gehen möchte, dem empfehle ich einen netten Bungalow in direkter Umgebung zum Restaurant mit Blick auf einen aufgestauten See und Wasservögel.

Auf einer Bootstour erkunde ich den Río San Carlos. Mit etwas Glück sieht man Krokodile, Schildkröten, Fledermäuse, Fischreiher, Eisvögel, Königsgeier und viele andere interessante Tier- und Vogelarten. Große Gebiete wurden hier zu Weideland umfunktioniert und die Bootstour ist kein Vergleich zu meinem Besuch im Tortuguero Nationalpark zu Beginn meiner Reise.

Besonders interessant ist jedoch die geführte Regenwald-Tour durch den Primärwald der Lodge mit einem lokalen Guide. Er zeigt mir die verborgenen Tiere des Regenwaldes, welche mit dem bloßen Auge eines Besuchers nicht wahrzunehmen sind. Ebenso empfehlenswert ist der Besuch der eigenen Farm, auf der man alles über den Anbauprozess des Kakaos und die Verarbeitung bis zur cremigen Schokoladentafel lernt. Eine Verkostung diverser Kakaogetränke darf hier nicht fehlen.

Kajakfahren
Rio San Carlos
Erdbeerfröschchen
Vogelwelt Boca Tapada
Baumhaus der Maquenque Eco Lodge
Kleinstlebewesen im Primärwald

Vulkan Arenal:

Das heutige Ziel ist La Fortuna, touristisches Zentrum am Fuße des beeindruckenden Vulkans Arenal.  Eventuell legen Sie unterwegs eine Pause am Centro Turístico Las Iguanas ein und halten nach den dort lebenden Leguanen Ausschau.

Einige Hotels in La Fortuna und Umgebung verfügen über hoteleigene Thermalquellen, in denen man sich gut nach einem langen Tag entspannen kann.

Im Nationalpark kann man auf Wanderung gehen und die Vegetation am Vulkan genauer unter die Lupe nehmen. Etwas weiter liegt die Arenal Observatory Lodge. Die Lodge bietet eine Vielzahl an Wanderwegen und ist ein Eldorado für Ornithologen. Als Besonderheit bietet die Lodge einen knapp 28 m hohen Aussichtsturm, von dem sich hervorragend die Vogelwelt bestaunen lässt. Ich sehe hier nach einem heftigen Regenguss mehrere Tukane in den Baumkronen sitzen, die ihr Gefieder trocknen lassen. Auch Kolibris sind zahlreich auf dem Gelände der Lodge vertreten. Als Besucher erhält man hier Zutritt gegen eine Gebühr von aktuell USD 15,- pro Person, für Hotelgäste sind die Einrichtungen selbstverständlich kostenfrei. Der Besuch der Observatory Lodge ist einer der Höhepunkte meiner Reise.

Blick auf den Arenal
Observatory Lodge und Arenal Stausee
Goldkehltukan
Eichhörnchen
Königsspecht

Río Celeste:

Nur 50 km Luftlinie entfernt liegt die Río Celeste Hideaway Lodge ein bisschen ab von den normalen Routen unweit des Eingangs zum Nationalpark Vulkan Tenorio. Das 4-Sterne-Hotel bietet einen großzügigen Pool sowie großzügig gestaltete Bungalows mit Außendusche, chic, luxuriös und inmitten des Urwalds. Auf dem Gelände der Lodge gibt es einen Wanderweg, der zum Río Celeste führt. Während man im Nationalpark nicht im himmelblauen Fluss baden darf, kommen Gäste der Hideaway Lodge voll auf ihre Kosten. Im Nationalpark selbst kann man auf einer Wanderung den Ursprung des hellblauen Wassers erkunden und den fotogenen, hellblauen Wasserfall bestaunen. Wer großes Glück hat, sieht in der Gegend sogar einen Tapir.

Von La Fortuna aus habe ich den längeren Weg zur Río Celeste Hideaway Lodge entlang des Arenal Stausees genommen. Auf diesem Weg liegt eine deutsche Bäckerei mit einem Angebot von Weißwurst über Brezen und leckeren Kuchen. Allerdings ist die Weiterfahrt über eine steinige Piste mit Schlaglöchern etwas beschwerlich.

Rio Celeste Hideaway LodgePool und Jacuzzi der Lodge
Der hellblaue Fluss

Monteverde:

Vom Río Celeste ging es für mich in die Nebelwaldregion bei Monteverde. Bis ich in der Cloud Forest Lodge auf 1.550 m Höhe ankam, hingen Regenwolken an den Hängen. Die kurvenreiche Fahrt hinauf bietet immer wieder Ausblicke über grüne Täler und bis hin zum Meer. Ich habe auf einem Kabel über der Straße auch meinen ersten Motmot entdeckt, einen farbenfrohen blauen Vogel mit langen Schwanzfedern.

Die Cloud Forest Lodge ist rustikal, aber charmant. Hier kann ich mich bei Regen gut aufhalten und beobachte die zahlreichen Kolibris vor den Fenstern des Restaurants. Mein Blick schweift bis zum Golf von Nicoya. Auf dem Lodge-Gelände liegen einige Wanderwege, wo ich bei Regen ein paar Assassaris höre und dann auch kurz in den Bäumen sehe, bevor sie wieder davonfliegen. Schattig ist es im Nebelwald, die Pflanzenwelt ist extrem vielseitig, doch leider will es heute nicht mehr aufhören zu regnen.

Ich mache es mir beim Abendessen mit einem Wein gemütlich. Die Mahlzeiten in der Cloud Forest Lodge sind köstlich, mit die besten meiner Reise.

Am nächsten Tag werde ich vom Sonnenschein überrascht und mache mich auf ins Vogelreservat Curi Cancha, wo ich einige Schmetterlinge, Tukane und blaue Motmots finde. Der Wald ist lichtdurchflutet und wunderschön. Riesige Bäume wachsen in die Höhe. Wer möchte, kann sich einem Guide mit Fernglas zur Vogelbeobachtung anschließen (gegen Aufpreis).

Monteverde Cloud Forest Lodge
Urig und gemütlich
Curi Cancha
Motmot

Nicoya-Halbinsel:

Von Monteverde fahre ich hinab an die Küste in den Hafenort Puntarenas. Puntarenas liegt interessant auf einer sehr schmalen und ca. 7,5 km langen Landzunge. Die Stadt wirkt etwas verlassen auf mich. Am Ende der Landzunge in der Nähe des Leuchtturms legt die Fähre Tambor auf die Nicoya-Halbinsel ab, die ich heute nehmen werde, um die Reisezeit im Auto zu verkürzen.

In knapp 1,5 Stunden fahre ich aussichtsreich über den Golf von Nicoya. Auch mit Online-Buchung sollte man mind. 1 Stunde vor Abfahrt am Fähranleger sein. Die Fähren der Gesellschaft Tambor sind recht modern und bieten zahlreiche Sitzmöglichkeiten mit Blick in alle Richtungen sowie mehr und weniger windgeschützte Plätze. Außerdem gibt es einen Kiosk mit gutem Kaffee, Snacks und Süßigkeiten an Bord.

Bei Ankunft in Paquera ist es nicht mehr weit bis zum Hotel Vista Las Islas. Kurz geht es über Schotter, dann extrem steil den Berg hinauf zur Unterkunft. Von hier oben bietet sich ein grandioser Blick über die Inselwelt der Nicoya-Halbinsel. Der Infinity Pool und das Restaurant laden also zum Verweilen ein. Auch wenn Essen und Service nicht zu den besten meiner Reise zählten, gefällt mir der Aufenthalt hier.

Mein Plan für den nächsten Tag ist ein Bootsausflug nach Tortuga Island. Dort soll der schönste Strand des Landes liegen. Ich wähle das Curu Reserve als Ausgangspunkt und werde zunächst zu einem Schnorchelspot gebracht. Wegen des vielen Regens in den vergangenen Tagen ist das Wasser jedoch leider so trüb, dass ich kaum einen Fisch sehen kann. Der Strand von Tortuga Island bietet hellen Sand und hohe Palmen, also wirklich etwas für’s Auge. Nur leider wurden so viele Liegen aufgestellt für partywillige Gäste und Gruppen, dass der Strand von seiner natürlichen Schönheit verloren hat. Dafür genieße ich die Wellen und die Brandung bei einem Bad und amüsiere mich über den ein oder anderen Partygast. Das Meer und die Bootsfahrt selbst haben sich heute allemal gelohnt.

Im Curu Reserve mache ich noch einen Dschungel-Spaziergang und muss aufpassen, dass mir freche Brüllaffen keine Mango auf den Kopf werfen. Dann geht’s zurück zur Unterkunft und an den schönen Pool. Für abends habe ich noch einen Bootsausflug zum Beobachten der Bioluminiszenz gebucht. Dieser stellte sich als Enttäuschung heraus, denn die Bioluminiszenz war so gut wie nicht sichtbar – nur ein klein wenig, als wir Bootspassagiere mit Netzen nachhalfen. Die so hoch gelobte Bioluminiszenz ist im Golf von Nicoya stark abhängig von natürlichen Voraussetzungen und kann nicht garantiert werden.

Fähre zur Nicoya Halbinsel
Nasenbär
Inselblick
Junger Brüllaffe
Tortuga Island
Badespaß
Insel im Golf von Nicoya
Hotel Vista las Islas

Manuel Antonio:

Am nächsten Tag nehme ich die Fähre zurück nach Puntarenas und fahre mit dem Mietwagen weiter nach Süden. Ich komme über die sogenannte Krokodilbrücke am Río Tárcoles, wo sich zwei oder drei faule Krokodile am Ufer des braunen Flusses sonnen. Palmen säumen nun die Weiterfahrt. Es sind Palmölplantagen, die links und rechts der Straße liegen. Mein Ziel ist Manuel Antonio an der Pazifikküste.

Der Manuel Antonio Nationalpark gilt als meistbesuchter Nationalpark des Landes. Die Gegend ist bekannt für ihre schönen Sandstrände, an denen baden und schwimmen gut möglich sind. Viele Ticos kommen also in den kleinen, touristischen Ort Manuel Antonio, um hier Urlaub zu machen. Und tatsächlich ist es dann auch so, dass mir bei meinem Nationalpark-Besuch zahlreiche, überwiegend junge Ticos mit Badekleidung an den Stränden im Park begegnen. Es ist gut was los. Der Besucherstrom begrenzt sich aber auf die beiden Strände in der Nähe des Parkeingangs.

Und da ich schon um 7.00 Uhr meinen Besuch im Manuel Antonio Nationalpark starte, habe ich zu Beginn einsame Wanderwege vor mir. Es wurden zahlreiche Bohlenwege errichtet, um die Natur zu schützen. Frösche und Krabben entdecke ich im Morast unter mir. Über mir in den Bäumen hängen Faultiere. Der weitest entfernte Punkt vom Eingang ist Punta Serrucho auf dem sogenannten Mirador-Weg, dem Weg der Aussichtspunkte. So richtig weit wandern muss ich auch dorthin nicht. Unterwegs treffe ich auf interessante, rote Krabben am Strand und wild über mir turnende Kapuzineräffchen. Totenkopfäffchen entdecke ich später außerhalb des Nationalparks.

In den Manuel Antonio Nationalpark dürfen keinerlei Speisen mitgenommen werden. Die Ranger am Parkeingang durchsuchen alle Rucksäcke. Da der Park so beliebt ist, muss vorab online ein Ticket mit einer bestimmten Einlasszeit gekauft werden. Dies gilt auch für die Besuche des Poás Vulkans und des Irazú. Die meisten anderen Nationalparks des Landes können spontan angefahren und besucht werden. Dein Eintritt bezahlt man am Eingang zum jeweiligen Nationalpark.

Der Ort Manuel Antonio liegt am Strand Espadilla Norte, einem beliebten Badeort. Liegen und Schirme werden gegen geringe Gebühr vermietet, fliegende Händler kommen vorbei. Restaurants und Supermarkt liegen nur wenige Schritte entfernt. Ich muss schon sagen, Manuel Antonio ist ein bequemer, erholsamer Urlaubsort. Die Preise mögen hier etwas erhöht sein, doch das sind sie für Touristen ja gerne einmal. Mein Hotel liegt zwischen Strand und Nationalpark, also nur wenige Gehminuten von beiden Hauptattraktionen entfernt. Das ist optimal für mich. Das 3-Sterne-Hotel Villa Bosque verfügt zudem über einen Pool, ein Restaurant und schattige Bänke. Das Frühstück ist einfach, aber ausreichend. Zum Abendessen zieht es mich in die Restaurants mit Meerblick.

Im Restaurant in Manuel Antonio
Pool des Hotels Villa Bosque
Krabbe am Strand des Nationalparks
Nationalpark Manuel Antonio
Rote Krabbe im Regenwald
Totenkopfäffchen

San Gerardo de Dota:

Nächster und letzter Stopp meiner Reise wird San Gerardo de Dota sein. Das Dörfchen liegt in einem tiefeingeschnittenen grünen Bergtal auf ca. 2.400 m Höhe. Eine steile Stichstraße mit einigen Schlaglöchern führt zum Hotel. Von Manuel Antonio geht es zunächst bis Dominical an der Pazifikküste und dann bergan. Ich stoppe in Reptilandia, wo interessante Schlangen, Schildkröten und Krokodile zu sehen sind. Es ist eine Art kleiner Zoo mit Infos auf Spanisch und Englisch und lohnt den Besuch, wenn man sich speziell für Schlangen interessiert auf jeden Fall.

Anschließend gewinne ich schnell an Höhe, komme über den ersten Pass und dann ins Tal von San Isidro. Wem das Benzin ausgeht, der sollte hier nochmal tanken. Denn nun fahre ich von ca. 700 m Höhe in vielen Kurven bergauf bis zum höchsten Straßenpass des Landes auf über 3.300 m Höhe am Cerro de la Muerte. Hier oben wird es empfindlich kühl. Von den angenehmen 26° C am Pazifikstrand ist nichts mehr zu spüren. Mit meiner kurzen Hose reizt es mich nicht wirklich auszusteigen. Zudem beginnt es zu regnen. Der Pass hängt in einer dicken Wolkenschicht. Die Temperatur ist auf 10° C gesunken. Nach dem Cerro de la Muerte ist es nicht mehr weit bis zum Abzweig nach San Gerardo de Dota.

Das Hotel Savegre bietet Touren zur Vogelbeobachtung an. Hier lebt der Quetzal und die Chancen ihn zu sehen, stehen besser als in Monteverde. Zu sehen heißt dann aber teilweise in weiter Entfernung. Wer den Quetzal vor die Kameralinse bekommen will, braucht Geduld und eine geführte Tour. Im Hotel Savegre gibt es ein kleines, teures Spa und eine urgemütliche Bar. Das braucht es auch, denn wenn es hier oben in der Höhe regnet, wird es kalt. Bei Sonnenschein streife ich entlang der Wanderwege auf dem Hotelgelände. Wer gerne Höhenmeter macht, ist hier richtig. Die Pflanzenwelt verändert sich mit zunehmender Höhe. Man kann von hier bis zum Cerro de la Muerte aufsteigen.

Savegre Lodge
Aussichtspunkt oberhalb des Dota-Tals
San Gerardo de Dota
Alte Eichen
noch ein Kolibri

Am Abreisetag nehme ich die sich schlängelnde Straße hinab in die Hauptstadt San José im Zentraltal. Da mir Zeit übrigbleibt, kaufe ich mir einen Tagespass in der Villa San Ignacio. Sie liegt nicht weit vom Vulkan Poás entfernt, ist also auch ein guter Startpunkt einer Mietwagenreise. Es gibt einen Pool und sehr leckeres Essen im charmanten Restaurant. So lässt sich die Reise durch Costa Rica bestens ausklingen, bevor ich mich auf zum Flughafen mache und mein Rückflug ansteht.