Ecuador – kleines Land mit vielen Highlights

Auf dieser Reise besuche ich das Amazonas Gebiet Ecuadors rund um den Napo River, die Hochanden Region um Quito mit dem aktiven Vulkan Cotopaxi, sowie die Hafenstadt Guayaquil im Rahmen eines Messebesuchs und unternehme im Anschluss als Höhepunkt eine Galapagos-Kreuzfahrt.

Zunächst fliege ich mit KLM von München nach Amsterdam und steige dort in den Langstreckenflieger nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Das Umsteigen zwischen den Terminals verläuft dank automatisierter Passkontrollen reibunglos. Mein Tip für die KLM Langstrecke: die Eco Comfort Klasse gegen geringen Aufpreis, aber mit viel Beinfreiheit.

Ich erreiche Quito am Nachmittag. Mein Weiterflug nach Coca im Amazonas Delta geht erst am nächsten Morgen, daher im Windsor Quito Airport Hotel direkt gegenüber vom Flughafen. Am nächsten Morgen starte ich nach einem herzhaften Frühstück Richtung Coca. Mein Ziel für die nächsten 4 Tage ist die Sacha Lodge. Eine kleine Turboprop Maschine bringt uns in 40 Minuten von 3.500 Metern Meereshöhe auf 100 Meter Meereshöhe. Coca ist das touristische Zentrum für Reisen in das ecuadorianische Amazonasgebiet. Hier wartet bereits unser Guide Pablo von der Sacha Lodge.

Ich bin gespannt auf meine kommenden Tage im Regenwald

Nach einem kurzen Stop mit Erfrischungen wird unser Gepäck auf ein Schmalboot mit Außenborder verladen. Mit Schwimmwesten ausgestattet gehen wir ebenfalls an Bord und ich genieße die fast dreistündige Fahrt über den Napo River. Die Sacha Lodge liegt idyllisch an einer Lagune mit tollem Blick von dem auf Pfählen gebauten Freiluftrestaurant.

Das Restaurant der Sacha Lodge überzeugt alleine schon durch seine tolle Lage
Wir sind nicht die einzigen Gäste…

Den Piranhas begegne ich lieber nicht beim Baden

Die Gäste der Sacha Lodge sind international: Australier, Neuseeländer, Engländer, Deutsche, Schweizer. Deutschsprachige Guides können vorab „gebucht“ werden. Die Bungalows sind in traditionellem Stil eingerichtet, aus Holz und mit eigener Terrasse und Hängematten ausgestattet. Auch Erholungssuchende finden hier ihr Plätzchen.

Jedes der Zimmer bietet einen „grünen Ausblick“
Hier kann man die Seele baumeln lassen

Moskitos sind hier kein großes Problem, da die Schwarzwasserlagune ungeeignet für die Brut der Moskitolarven ist. Ein gutes Insektenschutzmittel sollte jedoch für die Ausflüge in den Dschungel mit im Reisegepäck sein. Ich hatte das Autan Compact dabei, was gut geholfen hat. Zudem ist lange, atmungsaktive Kleidung im Dschungel anzuraten. In der Lodge reichen auch kurze Klamotten.

Ich habe mich den Farben angepasst – Dschungel Tarnanzug

Ausschlafen ist in der Lodge nicht wirklich möglich. Die Aktivitäten starten je nach Ausflug zwischen 6 und 7 Uhr und dauern ca. 4 Stunden. Mittags ist Siesta und ab 15 Uhr steht dann der zweite Ausflug auf dem Programm. Von der Lodge wurde ein Treetop Walk über den Baumriesen erbaut, welcher einen grandiosen Einblick in das Ökosystem aus einer anderen Perspektive gibt.

Von oben bieten sich ganz neue Perspektiven für die Besucher

Zudem wurde um einen Kapok Baumriesen herum ein Treppenaufgang erbaut, welcher direkt in das Geäst des Baumes auf 43m Höhe führt. Im Regenwald sind über 600 Vogelarten zu Hause. Papageien und Tukane zählen zu den zahlreichsten Vertretern.

Auch Taranteln beheimatet der Regenwald
Der Kapokturm – In schwindelerregender Höhe bestaunen wir den Urwald

Unser Guide ist ein wahrer Experte, wenn es um Fragen in und um den Dschungel geht. Wir fühlen uns zu jeder Zeit gut aufgehoben. Zurück in der Lodge begrüßen uns häufig kleine Affenhorden, die durch die Bäume hangeln.

Ein Ausflug führt uns die zu der indigenen Dorfgemeinschaft „Nueva Providencia“ im Yasuni Nationalpark. Das Shipati Warmi Projekt wird von Frauen der Dorfgemeinschaft geleitet und bietet tiefe Einblicke in die uns doch so fremede Kultur und Lebensraum.

Diese 4 Tage haben mir einen hervorragenden Einblick in das Ökosystem Amazonas gegeben. Nachts erwacht der Dschungel – die Geräuschkulisse ist beeindruckend. Die Tiere sind nicht so leicht zu erspähen, aber mit der Hilfe unseres Guides sehe ich in der kurzen Zeit Tukane, Brüllaffen, Taranteln, Webervögel, Schildkröten, Echsen, Kaimane, Papageien, Truthähne und Schmetterlinge. Leider bleibt mir den Anblick einer Anakonda verwehrt. Naja, vielleicht das nächste Mal.

Die Zeit geht viel zu schnell vorbei und ich muss mich wieder auf den Rückweg nach Quito machen. Die extremen Höhen und Höhenunterschiede fordern dem menschlichen Körper einiges ab. Auf 2.850 Metern spüre ich die Höhe bei jeder Bewegung. Ich bin schnell außer Atem und gönne mir Verschnaufpausen bei der Stadtbesichtigung von Quito.

Quito zieht sich wie eine Wurst am Fuße der Bergketten über mehrere Kilometer entlang und hat mittlerweile offiziell 3 Mio. Einwohner. Die inoffizielle Zahl kennt niemand. Besonders der alte Teil der Stadt mit der Kathedrale und ist einen Besuch wert. Ein absolutes Muss für aktive Reisende ist meines Erachtens auch die Fahrt mit dem TeleferiQo. Die Gondel wurde im Jahr 2005 als Touristenattraktion erbaut und führt auf den Cruz Loma genannten Berg auf 3.950m. Hier oben gibt es zahlreiche Wanderwege und auch die Möglichkeit auf dem Rücken eines Pferdes die Umgebung zu erkunden.

Vom Gipfel hat man einen guten Blick über die Stadt

Ein lohnenswerter Tagesausflug ist ein Ausflug zum dem dritthöchsten Berg der Anden, dem Cotopaxi. Der Vulkan ist tatsächlich noch aktiv und sorgte mit einem Ausbruch vor 2 Jahren für eine Sperrung des Berges für alle bergsteigerischen Aktivitäten. Eine Wanderung führt von dem schwer erreichbaren Parkplatz einige hundert Höhenmeter zum Refugio Jose Rivas auf 4.864m. Die Schutzhütte ist auch Ausgangspunkt für Gipfelbesteigungen des Cotopaxi.

Die Schutzhütte – Ziel unserer Wanderung
Die 60ger Fans sind wohl überall
Auf der Hütte wärmen wir uns wieder auf

Jegliche Ausstattung der Hütte muss zu Fuß nach oben getragen werden, was auf einer Höhe von 4.800 Metern eine entsprechende körperliche Herausforderung sein kann. Wir haben Glück und haben freie Sicht auf den Gipfel, welcher v.a. während der Regenzeit von Oktober bis März häufig von Wolken verhüllt ist.

Beeindruckende Farben in luftiger Höhe
Ich befinde mich auf 4864m Höhe
Ein schweißtreibender Aufstieg mit zwei Matratzen auf dem Rücken

Mit dem Flieger geht es in 40 Minuten aus dem Andenhochland an die Küste mit einem komplett gegensätzlichen Klima. Hier am Äquator ist es plötzlich schwülheiß und ich nutze die Möglichkeit von Guayaquil aus weiter an die Küste ins 3 Stunden entfernte Puerto Lopez zu fahren, welches am Rande des Nebelwalds direkt am Strand liegt. Von Juni bis September ist die Zeit der Buckelwale, welche aus der Antarktis nach Norden schwimmen und dort ihre Jungen gebären. Zeit für Whale Watching. Von Puerto Lopez aus wird ein Tagesausflug zur Isla de la Plata angeboten, auch „Klein Galapagos“ oder „Galapagos für Arme“ genannt, da man hier für wenig Geld ein Hauch Galapagos geboten bekommen. Auf der Bootsfahrt sehe ich zahlreiche Buckelwale und eine Delfinschule aus mehreren hundert Tieren, welche für 20 Minuten unser Boot begleiten.

Whale Watching mit hoher Erfolgsquote
Auch zwei Pelikane kreuzen unseren Weg
Mehrere hundert Delfine folgen uns

Auf der Isla de la Plata folgt ein 90 minütiger Rundgang. Eine große Anzahl von Blaufußtölpeln nistet direkt auf den Wanderwegen. Die Tiere sind wenig beeindruckt von unserer Anwesenheit und lassen uns Teil Ihrer Balzrituale werden.

Die Blaufußtölpel betrachten uns neugrierig

 

Am Boden bewegen sich die Vögel äußerst plump, in der Luft dagegen verwandeln sich die Vögel zu stromlinienförmigen Modellathleten, die aus 30 Metern Höhe im Sturzflug ins Wasser eintauchen und nach Vögeln fischen. Im Anschluss geht es mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet ins Wasser. Nach nur wenigen Minuten erspähe ich einen gigantischen Manta, der unter mir langsam vorbei zieht. Meeresschildkröten sind ebenfalls kein seltener Anblick. Leider ist der Himmel zu dieser Jahreszeit häufig bewölkt und somit ist die Unterwasserwelt in ein graues Licht getaucht.

Der Manta hat wohl eine Spannweite von ca. 3 Metern
Die Unterwasserwelt ist äußerst vielfältig

Von Guayaquil aus starten alle Flüge nach Galapagos. Die meisten Flieger kommen bereits von Quito und fliegen mit einem kurzen Zwischenstopp weiter. Der Flug dauert ca. 1 Std. 40 Minuten. In Kombination mit einer unmittelbar anschließenden Kreuzfahrt sollten die Flüge immer über die Kreuzfahrtgesellschaft gekauft werden, da nur auf diese Weise ein reibungsloser Transfer zum Schiff gewährleistet wird und auch die nicht selten vorkommenden Verspätungen berücksichtigt werden können. Ich fliege zunächst auf die Insel San Christobal, wo meine 5 –tägige Kreuzfahrt mit der Seaman Journey startet. Auf Santa Cruz wird sie 5 Tage später enden.

Diese Route wird unser Schiff fahren

Wir werden zum Hafen von San Cristobal gebracht. Ein kleines Schlauchboot mit Außenborder wartet bereits und wir werden zu unserem Schiff gebracht.

Die Seaman Journey – ein stattlicher und komfortabel ausgestatter Katamaran

Das Schiff der gehobenen Mittelklasse verfügt über 6 Standardkabinen im unteren Bereich und 2 Suiten im oberen Bereich des Schiffes. Meine Standardkabine ist überraschend geräumig. Es gibt 2 Einzelbetten, einen geräumigen Schrank mit ausreichend Stauraum, große Fenster mit ausreichend Tageslicht und ein geräumiges Bad. Die Besatzung besteht aus 9 Personen und einem „Nature Guide“, der uns auf allen Exkursionen begleitet.

Mein Zimmer für die nächsten 5 Tage
Vom Sonnendeck aus hat man einen super Ausblick und eine großzügige Liegefläche

Von Juli bis Dezember ist Trockenzeit. In dieser Zeit kann es aufgrund des kalten Humboldtstroms besonders nachts frisch werden. Ich empfehle eine winddichte Jacke und warme Kleidung für Abends. Die Inseln sind zu dieser Jahreszeit karg, die Bäume tragen kein Laub. Das Wasser ist frisch und eine Wetsuite zum Schnorcheln empfehlenswert. Der Himmel ist häufig bedeckt, es fällt aber kaum Niederschlag. Während der Regenzeit von Januar bis Juni dreht die Strömung und führt wärmeres Wasser heran, was zu höherem Niederschlag und einer üppigen Vegetation führt.

Die berühmten Darwin-Finken sind das ganze Jahr über zu beobachten

Die Route führt in 5 Tagen und 4 Nächten von San Cristobal über die Inseln Española und Floreana bis nach Santa Cruz. Die Entfernungen von ca. 40-60km werden in der Regel nachts zurück gelegt. Die erste Hälfte der Nacht wird in einer Bucht geankert, die zweite Hälfte dann zur nächsten Insel gefahren. Eine Kreuzfahrt auf Galapagos ist wohl die beste Art die einzigartige Inselwelt zu erkunden. Wir landen an vielen traumhaften Buchten und unternehmen Landgänge in weitegehend unberührter Natur. Die am Strand dösenden Seehunde nehmen kaum Notiz und gewähren intensive Einblicke.

Die „Einheimischen“ zeigen sich wenig beeindruckt
Vom Jäger zur Raststätte
Wir erkunden einsame Buchten und traumhafte Strände
Unsere Anwesenheit stört die Seelöwen nicht im geringsten

Die Tagesausflüge finden in der Regel früh morgens und dann wieder Nachmittags statt. Wir besuchen auf San Cristobal die riesigen Galapagos Schildkröten, schnorcheln vor Española mit Seehunden im Meer und besuchen auf Floreana die riesigen Albatrosse und farbenprächtigen Nazcatölpel.

In dem Alter darf man auch mal müde sein
Die Rote Klippenkrabbe will es wohl mit mir aufnehmen

Wetttauchen mit den Robben…
… und den tausend Fischen
Wieder wird unser Schiff von Delfinen begleitet
Wir begegnen den anmutigen Meeresechsen

Auch die für Galapagos so berühmten Meeresechsen sehen wir in großer Anzahl. Die Tierwelt auf Galapagos ist sicherlich einzigartig. Die Tiere haben keine Angst von Menschen und somit ist eine einzigartige und intensive Begegnung garantiert. Ein Highlight ist auch die Begegnung mit einer großen Delfinschule von ca. 200 Tieren, die unser Boot für ca. 20 Minuten begleiten, sowie ein Schnorchelerlebnis mit großen Meeresschildkröten und Pinguinen. Einfach einmalig.

Eine Meeresschildkröte schnappt nach Luft
Das Schwimmen mit den Pinguinen war einer der vielen Höhepunkte

Abends machen sich gerne Seehunde auf unserem Boot gemütlich und nach Einbruch der Dunkelheit kann man ihnen bei der Jagd nach Fischen vom Boot zusehen. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und nach einem kurze Besuch des Darwin Research Centers auf Santa Cruz verlassen wir Galapagos vom Flughafen Baltra aus, welcher durch eine kleine Meeresenge von der Insel Santa Cruz getrennt ist. Nach einem kurze Zwischenstop in Guayaquil geht es mit KLM in gewohnt souveräner Manier wieder zurück nach München.

Mein Fazit: Ecuador bietet auf begrenztem Raum eine unheimlich vielfältige Fauna und Flora. Mich begeisterte der Abwechslungsreichtum der Ökosysteme – von den Anden über den Amazonas Regenwald hin bis nach Galapagos: für mich eine absolute Highlight Tour.

 

Links:

Amazonas-Gebiet: Sacha Lodge

Anden: Cotopaxi

Galapagos-Inseln: Seaman Journey

 

 

 

Tobias Odziomek
Eine Wanderung durch den Abel Tasman National Park bei strahlendem Sonnenschein und menschenleeren Stränden – das war eines meiner Highlights in Neuseeland... Einem Land, in dem sich mit jedem Kilometer die Landschaft und leider oder glücklicherweise manchmal auch das Wetter ändert. Für Naturliebhaber ein Muss - Mein Tipp: In der Nebensaison das Land bereisen, dann hat man viele Sehenswürdigkeiten bzw. Nationalparks fast für sich und profitiert von günstigeren Preisen. Auch der südamerikanische Kontinent, welchen ich in den letzten 4 Jahren fast gänzlich bereist habe, fasziniert mich mit seinen Regenwäldern und der einzigartigen Tierwelt. Wo's als nächstes hingeht, ist noch nicht sicher. Vielleicht Kolumbien oder Fidschi.