Neuseeland – Erkundung der Südinsel

 

Die Südinsel Neuseelands – von Christchurch bis Queenstown

von Christa Monshausen

Endlich wieder Neuseeland!

Nachdem unsere letzte Neuseeland-Reise, die uns nur in den Norden führte, schon einige Jahre zurücklag, freute ich mich ganz besonders auf diese – meine 8. Reise nach Aotearoa. Im März 2017 starteten wir – mit einem Zwischenstopp in Singapur – Richtung Christchurch. Dieser 4-wöchige Neuseeland-Trip bestand aus zwei Teilen, von Christchurch bis Queenstown per Mietwagen und Fahrrad sowie von Queenstown zurück nach Christchurch über den Norden per Campmobil. Hier will ich nur über den ersten Teil berichten, weil dieser auch für mich unbekannte Teile wie die Catlins und Otago enthielt.

Die Flagge Neuseelands vor strahlend blauem Himmel

Schon der Anflug auf die Südinsel ist ein Traum. Sie liegt fast wolkenlos unter uns und ich kann von meinem Fensterplatz aus den höchsten Gipfel Neuseelands, den Mt. Cook (3.724m) sowie die umliegenden Berge wie Mt. Tasman und Mt. Sefton und die großen Schwemmgebiete der Gletscher, u.a. die das Rakaia Rivers ausmachen.

Die Südinsel Neuseelands im Landeanflug
Beschreibung der Canterbury Plains
Dank den Straßenschildern ist eine gute Orientierung möglich

In Christchurch angekommen, mieten wir einen Budget Mietwagen und fahren über den Coronation Hill und Gebbies Pass Richtung Akaroa auf der Banks Peninsula. Die Landschaft ist total hügelig und das Gras sehr gelb (es ist Herbst) – ein wunderschöner Kontrast zum blauen Meer.

Wir wohnen in den Akaroa Cottages, die ca. 1km vom Ort entfernt sind. Kleine schmucke Häuschen inmitten eines großen Gartens, in unserem Fall auch mit Blick auf den Hafen. Unsere Cottage ist vollständig eingerichtet und hat auch eine kleine Veranda.

Akaroa habe ich vor 17 Jahren schon mal besucht. Heute ist es wesentlich lebendiger und auch etwas alternativ, noch immer mit französischem Flair. Es gibt auch einige Kreuzfahrtenschiffe, die inzwischen den Hafen ansteuern, nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheiten sondern auch wegen den kulinarischen Genüssen – schließlich wurde der Ort von Franzosen gegründet.

malerisches Akaroa
In Neuseeland gibt es viele und preiswerte Golfplätze

Wir entscheiden uns gegen eine Bootsfahrt, auf der man auch mit Delphinen schwimmen kann und fahren stattdessen den Summit Road Tourist Drive, der wunderbare Blicke bereithält und machen eine Wanderung entlang der Pigeon Bay.

Pigeon Bay im Hintergrund
sagenhafter Blick auf den Akaroa Harbour
Noch haben wir Glück mit dem Wetter

Auf direktem Weg fahren wir zurück nach Christchurch und weiter Richtung Lake Tekapo. Leider wird das Wetter immer schlechter, so dass wir von der grandiosen Bergwelt, die uns nach Geraldine begleitet, wenig sehen. Lake Tekapo ist zusammen mit Twizel der Ausgangspunkt für Touren ins Mt. Cook Gebiet. Wir wohnen dort im Doctors Retreat, einem extrem schön eingerichteten Haus mit allen Annehmlichkeiten, direkt auf dem Weg zur Church of the Good Shepard gelegen. Diese kleine Kirche, die bei schönem Wetter einen wunderbaren Blick auf die Berge freigibt, wird von vielen Touristen besucht.

Church of the Good Shepard
Unsere Unterkunft – das Doctor’s Retreat
Lake Tekapo – malerisch und mystisch
Photographie-Begeisterte werden auf ihre Kosten kommen
Der Tekapo Walkway
Lake Tekapo – leider stehlen uns die Wolken den Ausblick auf die Berge

Wegen schlechtem Wetter verzichten wir auf einen Besuch des Mt. Cook Nationalparks, den ich ohnehin schon mehrfach gesehen habe. Stattdessen unternehmen wir eine ca. 3-stündige Wanderung auf den Mt. John mit seinem Observatorium und Astro Café. Bei schönem Wetter hätte man einen traumhaften Blick auf die Berge.

Kurow mit einem typischen Pub

Das Wetter lässt noch immer zu wünschen übrig, daher fahren wir via Twizel nach Omarama und weiter nach Kurow im Waitaki District. Ein hübsches Städtchen mit nettem Café und typischen Pub – typisch Neuseeland eben.

Via Oamaru geht es weiter zu den bekannten Moreaki Boulders. Ein großer Parkplatz, ein Café und Souvenirshop zeigt an, dass hier viele Touristen sind. Sind es 20, 30 oder gar mehr von diesen Bouldern? Manche sind schon auseinander gebrochen und offenbaren das Innere dieser geheimnisvollen Steine. Ein schöner langer Sandstrand lädt zudem zum Wandern ein.

Strand bei den Mouraki Boulders
Moeraki Boulders

In und um Dunedin ist es extrem hügelig. Die Stadt hat eine wunderbare Lage und die großen Villen auf den umliegenden Hügeln zeugen von Reichtum. Unser Ziel ist die Otago Peninsula und die großen Gelbaugenpinguine. Wir besichtigen diese auf einem Farmgelände und sehen nebenbei auch Albatrosse und Robben. Die Landschaft ist phantastisch – direkt am Eingang zum Otago Harbour.   

Ein Gelbaugenpinguin – ist er grimmig?
Traumstrand auf der Otago-Peninsula
Ein müder Gelbaugenpinguin

In Portobello gibt es einige nette Lokale mit gutem Fisch. Zu erreichen ist dieser kleine Ort auf einer Straße, die direkt am Wasser entlang führt. Hier heißt es vorsichtig sein – ein PKW, der offensichtlich von einem abgelenkten Fahrer ins Meer befördert wurde, zeugt davon.

In Balclutha erkunden wir den hiesigen Golfplatz – wunderbar angelegt und wie fast überall sehr günstig. In Neuseeland hat praktisch jeder kleine Ort seinen eigenen Golfplatz.

Typische Szene auf dem Weg in die Catlins

Unser nächstes Ziel sind die Catlins – Neuland für mich! Wir wohnen für zwei Nächte in den Mohua Park Cottages bei Tawanui. Die Fahrt dorthin ist grandios und hier ist Neuseeland wie aus dem Bilderbuch: hügelig, grün, viele Schafe und etwas verschlafen! Unsere Cottage heißt Karearea, ist wieder komplett eingerichtet und hat eine große Veranda mit Blick auf dieses Idyll.

Ausblick vom Cottage
Auch die Kulinarik kommt nicht zu kurz

Auf ungeteerten Backroads geht es zu den Purakaunui Falls, die üppig grün sind. Es gibt auch eine gleichnamige Bucht, die ebenfalls erkundet werden will.

Die Purakaunui Falls
Purakanui Bay
3 von 60 Millionen Neuseeländern

Nach dem Florence Hill Lookout halten wir am Whistling Frog Café, sehr beliebt, auch weil es nicht allzu viel andere Möglichkeiten gibt.

Ein toller Ausblick über die Bucht
Traumhaft

Über Waikawa fahren wir zur Curio Bay, die für versteinerte Bäume am Strand bekannt ist. Super ist allerdings die Purpoise Bay, ein sehr langer Sandstrand mit Surfwellen, ganz häufig von Delphinen besucht. Hier kann man – ganz untouristisch – mit Delphinen baden.

Ein unbedingtes Muss ist auch der Nugget Point. Hier gibt es vom Parkplatz aus einen wunderbaren Spaziergang auf einem etwas ausgesetzten Weg zum Lighthouse. Und mit etwas Glück kann man auch Robben und Pinguine sehen. Aber auch ohne diese Tiere ist der Blick auf die vielen kleinen vorgelagerten Inseln absolut sehenswert.

Im Hintergrund das Lighthouse am Nugget Point
Der Nugget Point ist einen Besuch wert
Ausblick vom Nugget Point

Der längste Fluß der Südinsel, der liebliche Clutha River begleitet uns die nächsten Tage auf unserem Weg durch Central Otago. Rund um Alexandra wird Obst- und Weinbau betrieben. Erst nach der Fahrradtour hat sich mir erschlossen, warum Alexandra „the hottest, the coldest and the driest town of New Zealand“ ist.

Clutha River
Das Dunstan House in Clyde – unsere erste Unterkunft während der Fahrradtour

Wir starten unseren Otago Railtrail bei strahlendem Sonnenschein und ca. 25° in Hyde, ausgestattet mit zwei sehr guten Trekkingrädern sowie Fahrradtaschen. Unser eigentliches Gepäck wird täglich von einer Unterkunft zur nächsten gebracht. Die erste Etappe nach Ranfurly ist nur ca. 30km lang. Sie steigt beständig etwas bergan und führt durch wilde Schluchten und einen Tunnel. Eigentlich eine einfache Strecke – leider haben wir starken Gegenwind, so dass mir diese Etappe schließlich wie 80km vorkommen.

Historische Beschreibung des Otago Central Railtrail
Wir biegen nach Ranfurly ab

Auf dem Weg nach Otorehua stoppen wir in der Wedderburn Tavern. Die Gasthäuser unterwegs sind alle gemütlich und auf Radfahrer eingestellt. Sehr bald haben wir den höchsten Punkt der Radroute hinter uns und nun geht es meist bergab. Kulinarisch verwöhnt werden wir im Hayes Engineering Café wie auch in der Otorehua Tavern mit einem köstlichen Fisch!

Der erste Tag war warm aber windig
Kurz vor Ranfourly

Am Morgen des 3. Tages liegt Raureif auf den Wiesen. Natürlich haben wir die Handschuhe nicht eingepackt, so frieren wir erst mal bis uns die Sonne wieder wärmt. Unterwegs durchqueren wir weites Farmland und auch zwei Tunnel. In Lauder wartet ein nettes Café auf uns. Unser heutiges Ziel ist Ophir, wo wir im Pitches Store übernachten – das Abendessen hat Gourmet Qualität.

Abendessen im Pitches Store
Das Wetter ändert sich quasi stündlich
Ein Schaf in der Nachmittagssonne
Auch ich lasse mich von den Sonnenstrahlen wärmen
Nicht viele Touristen kreuzen unseren Weg
Auf der Strecke lassen sich viele schöne Fotomotive finden
Unsere Unterkunft in Ophir

Unser Ziel Clyde ist via Alexandra zu erreichen – eigentlich einfach zu fahren aber der Gegenwind bläst wieder und mit dem Gefühl, völlig ausgetrocknet zu sein, kommen wir in Clyde an. Unser Auto hat inzwischen eine dicke Staubschicht und wir fahren entlang des Lake Dunstan (eigentlich wieder der Clutha River, der übrigens im Lake Wanaka entspringt) vorbei an vielen Obstplantagen Richtung Queenstown.

Central Otago – the coldest, the hottest, the driest part of New Zealand
kreativ…
interessante Gesteinsformationen unterwegs
Der Clutha River kreuzt ständig unseren Weg

Die Fahrt nach Queenstown ist ungemein sehenswert entlang des Kawarau Rivers. Diese tolle Schlucht hat einige Möglichkeiten zum Halten z.B. bei den Roaring Meg Falls. Abenteuerlustige können einen Bungee Sprung bei AC Hakett wagen – nichts für mich!

Der Sommer war trocken, wie leicht zu sehen ist

Queenstown, „The activity city of the world“ liegt traumhaft schön am blauen Lake Wakatipu, eingerahmt von den Bergen der Remarkable Rocks. Im Winter ist die Stadt Ziel vieler Skifahrer, im Sommer kommen die Touristen um die vielen Möglichkeiten, die diese Stadt bietet, auszukosten.

Die Remarkable Rocks bei Queenstown im Hintergrund
Karawau River – Abenteuerlustige und Adrenalinjunkies kommen hier auf ihre Kosten
Schöner Sonnenuntergang und das Ende unserer Mietwagen- und Fahrradtour

 

Fazit: Neuseeland erlebt derzeit einen Touristenboom! Wer dem entkommen will, sollte Ziele wie die Catlins oder Central Otago wählen – hier erlebt man Neuseeland noch unverfälscht. Auch im Abel Tasman Gebiet kommen die wenigsten Touristen über Marahau/Kaiteriteri hinaus. Nördlich
davon ist es wesentlich ruhiger, so haben wir z.B. bei Takaka am Pohara Beach wunderbare Strandtage verbracht.

 

Link:

Reise: 24 Tage mit dem Mietwagen durch Neuseeland

Christa Monshausen
Ich bin Geschäftsführerin von Australia Plus Reisen und habe die Firma 1991 gegründet. Meine erste Reise nach Australien war 1978, zu einer Zeit, wo die Straße zum Ayers Rock/Uluru noch nicht einmal geteert war. Australien hat mich derart fasziniert, dass ich gleich im nächsten Jahr wieder hingeflogen bin - dann in Kombination mit Neuseeland. Inzwischen war ich 29x in Australien und leider nicht ganz so oft in Neuseeland. Natürlich kenne ich aber auch viele andere Länder der Erde was die lange Zeit in der Reisebranche mit sich bringt. Reisen ist auch noch heute eine große Leidenschaft von mir.