Peru – Anden- und Inka-Abenteuer auf dem Lares Trek mit Mountain Lodges of Peru

Komfort und Abenteuer? Ja, das passt zusammen und zwar sehr gut, wie ich finde…

 

Meine Peru-Reise führt mich vom Titicaca-See weiter nach Cusco und so bin ich bereits sehr gut an die Höhe angepasst. Denn auf weit über 3.000 m Höhe wird die Luft ganz schön dünn. Cusco ist eine pulsierende Stadt mit reichen, architektonischen Schätzen. Der Inka-Baustil verschmilzt hier mit den Kirchbauten der Kolonialherren. Besonders gut sieht man dies in der Coricancha, dem Sonnentempel der Inka. Unzählige Restaurants zeugen von der touristischen Bedeutung Cuscos. Das Hotel El Mercado liegt im ruhigeren Teil des Stadtzentrums und ist ein kleines Juwel. Um einen gemütlichen Innenhof mit Feuerstelle und Sitzgelegenheiten herum liegen die modern eingerichteten Zimmer. Gebäude und Innenhof dienten früher einem Markt, typisch für Peru. Und so ist auch das Motto des Hotels heute noch das farbenfrohe Markttreiben, was z.B. auch das umfassende, sehr leckere Frühstücksbuffet widerspiegelt.

Cusco Plaza de Armas
Korikancha
Hotel El Mercado
Awanacancha Weberin
Gefärbte Wolle

Von Cusco nun beginnt meine Tour mit Mountain Lodges of Peru. Mit mir reisen noch 4 weitere Personen in meiner Kleingruppe. Wir fahren ins grüne, fruchtbare Urubamba Tal. Auf dem Weg machen wir Halt in Awanacancha und sehen wie Alpakawolle zu bunten Webstoffen verarbeitet wird. Dann geht es weiter auf kurvenreichen Straßen in die trockene Bergwelt abseits des Heiligen Tals der Inka. Vom kleinen Dorf Ayarcancha wollen wir zur archäologischen Stätte von Pisaq wandern. Der erste Anstieg bringt uns auf den Challwaccasa Pass in 4.250 m Höhe. Begleitet werden wir von zwei Peruanerinnen und ihren Eseln. Wir sind ganz alleine in dieser einzigartigen Landschaft unterwegs. Bei wolkenlosem Himmel hätte man zusätzlich einen herrlichen Ausblick auf die Vilcabamba Gebirgskette.

Challwaccasa Pass
Andenwanderung
Typisch peruanisch

Mittagessen gibt es in einem Zelt, das uns vor dem aufkommenden Wind gut schützt. Die Speisen sind alle aus der Region: verschiedenste Arten von Kartoffeln, Mais, Fleischsorten, Gemüse und Obst, alles was der Magen begehrt. Ein kleines Unwetter und ein Regenguss später (ich reise im November – das ist der Beginn der Regenzeit) stehe ich oberhalb der Ruinen von Pisaq. Die eindrucksvollen Terrassenanlagen und Ruinen einer Inkasiedlung thronen über dem gleichnamigen Dorf. Was ein Anblick aus der Vogelperspektive! Die Festungsanlage schmiegt sich an die flache Seite des Hanges und überblickt den Eingang zum Heiligen Tal. Nach einer Besichtigung der Ruinen von Pisaq, das von den Inka auch für Zeremonien und die Landwirtschaft genutzt wurde, fahren wir in Ort Pisaq. Auf dem Markt gibt es bunte Stoffe, Tücher, Mützen, aber auch Meerschweinchen zum Kosten, eine peruanische Delikatesse.

Pisaq Ruinen
Gebratene Meerschweinchen

Übernachtet wird heute in großzügigen Zimmern der beschaulichen Lamay Lodge im Heiligen Tal auf 2.958 m. Im großen Garten leben ein paar Alpakas und es steht ein Whirlpool zu Verfügung, in dem man sich in den kühlen Bergnächten aufwärmen kann. Vollpension ist bereits enthalten und so werden mir abends in der Lodge ein 3-Gang-Menü und Tischwein kredenzt. Aber Achtung hier in der Höhe mit Alkohol! Besser man trinkt zusätzlich auch Wasser.

Lamay Lodge
Dorf Lamay

Am Vormittag erwärmt die Sonne bereits die Gassen des kleinen Dorfes Limay. Wir erkunden dieses kurz zu Fuß, bevor wir durch das Heilige Tal, in dem auch heute noch Landwirtschaft betrieben wird, hindurch fahren. In Calca stoppen wir und besuchen die Markthalle. Kartoffelsorten, Käse, Fleisch, exotische Früchte… das Angebot ist riesig. Ich gönne mir einen leckeren frisch gepressten Fruchtsaft. Und nun erklimmen wir die nächsten Höhenmeter, zunächst im Fahrzeug, später auch wieder zu Fuß. Ankasmarka ist eine kaum besuchte archäologische Stätte auf 4.015 m Höhe und ich finde sie atemberaubend. Die Inka nutzten den klimatisch gut geeigneten Ort, um Getreide und Handelsware zu speichern.

Markt in Calca
Ankasmarka
Ankasmarka Ruinen

Es geht weiter stetig bergauf und über den Lares Pass (4.461 m). Die Gebirgslandschaft ist felsig und an Flussläufen von Moos und Pflanzen bedeckt. Wir sehen schnee- und gletscherbedeckte Gipfel und hier und da tauchen ein paar vereinzelte strohgedeckte Hütten auf, bis wir schließlich das Dorf Lares erreichen und uns stärken. Auf einer Schotterpiste fahren wir zum Ausgang unserer heutigen Wanderung, die von Cuncani (3.884 m) bergauf zum Cruzccasa Pass (4.188 m) führt. Wir werden von Einheimischen und ihren Pferden begleitet. Aufgrund der tiefhängenden Wolken ist es mir allerdings auch heute nicht vergönnt, die wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Andengipfel genießen zu können. Vorbei an glasklaren Berglagunen erhalten wir interessante Einblicke ins harte Landleben der Einheimischen, Kinder kommen uns mit Ponchos und Hüten, trotz der Kälte in Sandalen entgegen.

Lares Pass
Cuncani
Lares Trek
Cruzccasa Pass

Nach ca. 4 Stunden erreichen wir im einsetzenden Regen die Huacawasi Lodge (3.800 m), wo wir in traditioneller, farbenfroher Tracht empfangen werden. Die Unterkunft liegt idyllisch mit Blick auf ein malerisches Tal. Die lokal, sehr gemütlich eingerichteten Zimmern verfügen über Balkon mit eigenem Whirlpool. Was ein Ausklang eines ereignisreichen Tages! Nach dem Abendessen fallen wir alle erschöpft ins Bett.

Huacawasi Lodge
Huacawasi Empfang

Der nächste Tag empfängt uns mit Sonnenschein. Wir gewinnen Einblicke in das Dorfleben von Huacawasi und starten dann unsere Wanderung hinauf zum Ipsaycocha Pass (4.442 m) durch eine beeindruckende Berglandschaft. Dunkle Wolken hängen in den Bergen und so überqueren wir den Pass in strömendem Regen und sehen zu, dass wir den See schnell erreichen, wo für uns ein kleines Lager mit schützenden Zelten errichtet wurde. Die Temperaturen sind stark gesunken und nur Tee wärmt uns auf. Das wohlschmeckende Mittagessen gibt es im Zelt und schon geht es weiter durch den Regen bergab nach Patacancha (3.848 m). Hier werden wir abgeholt und nach Ollantaytambo gefahren, eine immer noch bewohnte alte Inkastadt im Urubamba Tal. Die Kuychi Rumi Lodge wird unser Zuhause für die nächste Nacht (2.830 m). Die Zimmer und Bungalows liegen in einem artenreichen Garten mit einer Unmenge Kolibris. Ich bin fasziniert und fotografiere die besonderen Vögel.

Huacawasi Dorf
Huacawasi Mädchen
Lares Trek bei Huacawasi
Lares Trek vor Ipsaycocha Pass
Regencamp
Ispaycocha See
Kolibri Kuychi Rumi Lodge

Früh am Morgen steigen wir auf zum Pinkuylluna, zum Speicher von Ollantaytambo, gegenüber der Inkafestung Ollantaytambo. Der steile Anstieg lohnt die große Mühe. Denn von hier oben eröffnet sich mir ein einmaliges Bild auf die Festung von Ollantaytambo, wie es nur wenige zu sehen bekommen. Nach Rückkehr im Tal machen wir uns auf, die Festungsanlage zu erkunden. Die perfektionierte Stein-auf-Stein-Bauweise der Inka ist hier eindrucksvoll zu sehen. Unzählige Stufen später geht es durch den kleinen Ort Ollantaytambo und zum Zug nach Aguas Calientes. Durch den nördlichen Teil des Urubamba Tals führt keine Straße, nur die Gleise, und so eröffnet sich mir links und rechts der Bahn ein unverbautes Naturpanorama, das dank der großen, bis zur Decke reichenden Fenster auch die Berggipfel ganz nahe erscheinen lässt. Ich beziehe einen Bungalow inmitten des tropischen Gartens im Inkaterra Hotel Machu Picchu Pueblo (1.900 m). Ein opulentes Abendessen erwartet mich.

Ollantaytambo Ruinen

Zu früher Stunde machen wir uns auf zum Busbahnhof und zu den Ruinen von Machu Picchu. Der Bus fährt durch den dunklen Regenwald im Zickzack den Berg hinauf. Am Eingang von Machu Picchu angekommen geht es zu Fuß weiter. Wir besichtigen die alte Zitadelle und bestaunen immer wieder die spektakuläre Lage. Am Ende gehe ich noch ein kleines Stück des Inka Trails in umgekehrter Richtung und erreiche das Sonnentor. Es liegt um einiges höher als die Anlage von Machu Picchu und man sieht sie von hier quasi aus der Vogelperspektive. Wer den mehrtägigen Inka Trail in Angriff nimmt, erblickt hier zum ersten Mal das UNESCO Welterbe. Was für ein erhabenes Gefühl! Machu Picchu blieb lange Zeit unentdeckt, weil der Dschungel die Ruinen überwucherte. Ich erfahre, dass es noch weitere interessante Ausgrabungsstätten tiefer im Urwald gibt, die allerdings für Touristen unerreichbar sind. Noch am Nachmittag nehme ich den Zug nach Ollantaytambo und reise zurück nach Cusco.

Machu Picchu erster Anblick
Regenwald
Machu Picchu Ruinen
Am Sonnentor
Machu Picchu vom Sonnentor

Fazit: Es war eine authentische, intensive Reise, die mich besonders in den ersten Tagen abseits der üblichen Touristenpfade geführt hat. Ich habe einen guten Einblick in das wahre, entbehrungsvolle Leben der Menschen in den Bergdörfern erhalten und konnte (trotz in den Bergen hängender Wolken) einen traumhaft schönen Teil der Anden erwandern. Die Unterkünfte, in denen die Gruppen von Mountain Lodges of Peru übernachten, sind alles kleine Schätze, jede Lodge auf ihre eigene Art und Weise. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und wurde überall herzlich empfangen. Es gab lokales und immer leckeres, hochwertiges Essen. Auch auf den Wanderungen gingen die kleinen Zwischenmahlzeiten wie Nüsse etc. nie aus. Während der Tour habe ich so viel über Peru und die archäologischen Stätten von meinem englischsprechenden Guide gelernt, dass es zu viel wäre, über alles hier zu berichten.