Französisch Polynesien – Overwater Bungalows, Schwarze Perlen & tolle Fotomotive

Tahiti

Eine lange Reise steht mir bevor: via Paris und Los Angeles mit Air Tahiti Nui nach Papeete, dem Hauptort auf Tahiti. An Bord des Flugzeugs werde ich von freundlichen Südseeinsulanern mit einem gut gelaunten „Ia orana“ und einer Tiaré-Blüte empfangen. Die weißen Tiaré-Blüten sind das Nationalsymbol Französisch Polynesiens. Aus diesen wird Monoϊ-Öl hergestellt, das in der Südsee schon seit Jahrzehnten zur Hautpflege genutzt wird. Ich lande in Papeete kurz vor Mitternacht. Auf dem nächtlichen Transfer zum Hotel sehe ich zwar nichts, spüre aber bereits die angenehme Wärme der Südsee. Am nächsten Tag liegt im Hafen von Papeete die Aranui. Das bei Touristen beliebte und immer bereits früh ausgebuchte Frachtschiff bietet 2-wöchige Touren zu den abgelegenen Marquesas-Inseln an. An Bord erfährt man viel über das Leben der Einheimischen und unternimmt (Wander-) Ausflüge an Land der verschiedenen Marquesas-Inseln, darunter Hiva Oa, wo Paul Gauguin viele Jahre lebte und malte. Ich habe etwas Zeit zur freien Verfügung und gehe in die Markthalle in Papeete. Es gibt neben frischem Fisch und Obst auch Muschelketten, bunte Pareos und die berühmten Schwarzen Perlen. Südsee pur!

Tahiti Markt

Mo‘orea

Mit der Fähre Aremiti setze ich in 30 Minuten über zur Nachbarinsel Mo’orea. Unterwegs überrascht mich kurz ein leichter Nieselregen, der beim Anblick der Lagune von Mo’orea aber spätestens wieder vergessen ist. Die grünen Berge um den Hafen Vaiare sind riesig und liegen schützend um die Bucht. Ich mache einen kurzen Stopp am ersten Aussichtspunkt. Mir zu Füßen liegt das Sofitel Mo’orea, eingebettet in die schönsten Farbnuancen von hellblau bis türkis. Die Lagune zeigt sich hier von ihrer prächtigsten Seite. Aufgrund der Lage mit Blick auf Tahiti ist es bereits am Nachmittag schattig, aber das Sofitel verfügt über den schönsten, natürlicher Strand der Insel. Weiter geht es entlang der Nordküste in die Opunohu und in die Cook Bay. Von August bis Oktober kann man hier mit etwas Glück Buckelwale von Land aus beobachten. Die Riesen der Meere gebären in den warmen Gewässern der Südsee ihren Nachwuchs. Ein heftiger Regenschauer sorgt für Abwechslung. Es ist bereits November und nach und nach beginnt auf den in den Tropen gelegenen Südseeinseln die Regenzeit. Beste Reisezeit für Französisch-Polynesien ist von Juni bis Oktober. November / Dezember bzw. April / Mai fallen in die Übergangszeit. Von Januar bis März kommt es in der Südsee häufig zu Zyklonen mit Stürmen und Regen. Die Temperaturen sind ganzjährig angenehm warm, in der Regenzeit für den einen oder anderen Reisenden aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit jedoch etwas unangenehm. Auf einem Ausflug besichtige ich die Insel. Ziel ist der auf ca. 300 m Höhe gelegene Belvédère Aussichtspunkt, von dem man beide Buchten, Opunohu und Cooks Bay, gut überblicken kann. Auf der Fahrt machen wir Halt am Marae Tetiiroa. Einige von uns werden von Moskitos nahezu aufgefressen. Sobald man sich von der Küste in den Regenwald bewegt, schwärmen die Stechmücken um einen herum. Das ist typisch und gehört eben auch zur Südsee. Meine Unterkunft auf Mo‘orea ist das Hilton Mo’orea. Ich kann es kaum glauben: mein erster Overwaterbungalow erwartet mich! Im Hilton sind diese großzügig gestaltet. Besonders attraktiv sind die Korallen und unzähligen bunten Fische im Wasser. Ich nutze die kurze Freizeit zum Schnorcheln und Kajak fahren.

Sofitel Moorea
Moorea Landesinnere
Hilton Moorea

Raiatea & Taha‘a

Heute fliege ich nach Raiatea, einer noch recht unbekannten und wenig touristischen Gesellschaftsinsel. Die Landung erfolgt im Regen. Mir ist klar: die tropische Vegetation braucht viel  (Regen-) Wasser. Und schon am nächsten Morgen werde ich bei heiterem Wetter von Vogelgezwitscher geweckt. Wer hätte das gedacht? Ich schwinge mich auf den Drahtesel und fahre einige Kilometer entlang der Küstenstraße, die um die Insel Raiatea führt. Gerne würde ich noch länger bleiben… aber ich bin eingeladen auf einem Katamaran zu segeln, ein neues Erlebnis für mich. Das Unternehmen Archipels Croisières bietet mehrtägige Segeltouren an – die etwas andere Möglichkeit, die Gesellschaftsinseln kennen zu lernen. In der Lagune von Raiatea liegt auch die kleine Nachbarinsel Taha’a, mein heutiges Ziel. Wir schippern über die Lagune, genießen die Sonne, unternehmen Schnorchelausflüge und lassen das Leben Leben sein. So fühlt sie sich also an, die Südsee! Bevor ich meine Unterkunft auf Taha’a erreiche, steht eine letzte Herausforderung an: der Korallengarten. Er liegt zwischen zwei Inseln und an manchen Tagen ist die Strömung stärker als an anderen. Ich kämpfe regelrecht gegen das entgegenfließende Wasser an, um mich fortzubewegen. Doch die Anstrengung lohnt sich. Es ist ohne Frage der schönste Schnorchelstopp am heutigen Tag. Erschöpft drehen auch die Fittesten unter uns um und lassen sich zurück treiben. Aber Achtung: keine Korallen berühren! Das schmerzt. Ich erreiche das Taha’a Island Resort, eine Unterkunft der Luxusklasse im polynesischen Stil. Kaum bin ich an der Rezeption, erwischt mich der nächste Wolkenbruch. Der Schirm schützt nur von oben. Zum Glück trage ich Sandalen und einen Rock. Turnschuhe wären in der Zwischenzeit klitschnass. Ich erreiche meinen Strandbungalow und bin begeistert. Das polynesische Design, der etwas andere Grundriss, eine Außendusche, ein eigener Pool, eine riesige Terrasse und mein eigener Strandabschnitt mit Hängematte unter Palmen. Das ist es: das schönste Resort Französisch-Polynesiens. Test bestanden. Später sehe ich mir im Trockenen die anderen Bungalowkategorien an. Charme und Ruhe machen Le Taha’a aus. Im baumhausartigen Restaurant der Spitzenklasse wird heute gespeist. Es werden die besten Weine kredenzt. Die Küche ist 1A. Und ich entdecke ein frisch geschlüpftes Baby-Gecko. Wie schön die Natur doch ist! Am nächsten Tag geht es auf Inselbesichtigung. Von einem Allradwagen werde ich abgeholt und über die grüne Insel Taha’a gefahren. Der erste Halt ist an einer Vanilleplantage. Ich lausche dem Besitzer, wie Vanille angebau, anschließend getrocknet und am Ende verarbeitet wird. Der Duft der getrockneten Schoten ist betörend. Es gibt eine Auswahl an Cremes, Eau de Parfum, Vanillezucker, Süßigkeiten etc. Die Tahiti-Vanille unterscheidet sich von der Bourbon-Vanille durch ihr blumigeres Aroma. Während die Bourbon-Vanille hauptsächlich als Gewürz verwendet wird, ist die Tahiti-Vanille auch bei der Parfümherstellung von Bedeutung. Und dann endlich erreiche ich die langersehnte Perlenfarm. Die Eigenschaften der Schwarzen Perle oder Tahitiperle werden schon immer gepriesen. Im Namen alleine klingt in den Ohren vieler Frauen Magie mit. Ich erfahre Wissenswertes über die Perlenzucht und bestaune die wertvollen Schätze im Verkaufsgespräch. Die Augen leuchten und tatsächlich leistet sich die ein oder andere als Andenken eine Perle.

Raiatea Lagune
Tahaa Motu
Schwarze Perlen

Bora Bora

Am späten Nachmittag geht mein Flug nach Bora Bora. Im Anflug sehe ich den ikonischen Mount Otemanu, der von jeder Seite der Lagune eine andere Form annimmt. Mit dem Boot fahre ich zum Höhepunkt, was Luxus auf dieser Reise angeht: zum 6* St. Regis Resort, in dem für einen Hollywoodfilm gedreht wurde. Die Überwasservillen sind riesig und mit viel Marmor dekoriert. Das Ambiente ist wenig polynesisch, aber die Strände und die Farbe des Wassers sind von besonderer Schönheit. Das edle Abendessen ist Spitzenklasse. Bei einem nächtlichen Cocktail sehe ich Rochen und Haie im beleuchteten, türkisfarbenen Wasser. Ich komme mir vor wie im Film. Mit einem Schnellboot fahre ich über die Lagune. Bora Bora gilt als das Traumziel schlechthin. Jetzt darf ich selbst erleben, warum Bora – wie es von den Menschen hier genannt wird –  Bestandteil vieler Träume ist: Die riesengroße Lagune um Bora Bora ist von atemberaubender Schönheit. Ich komme mir klein vor in dieser spektakulären Natur. Die Farben des Wassers schillern in allen Nuancen von Blau und Türkis, die man sich ausmalen kann – und ständig strahlt die Sonne. Ich besichtige die etwas einfachere Bungalowanlage Le Maitai. Die Inselstraße führt mitten durch das Resort. Es gibt Zimmer im Hauptgebäude, aber auch freistehende Bungalows am Strand sowie über Wasser. Unweit des Maitai liegt Matira Point mit weißem Sandstrand und einer fantastischen Aussicht über das glitzernde Wasser, das zum Schnorcheln einlädt. Ich halte am berühmten Restaurant „Bloody Mary’s“ und staune, welche Berühmtheiten hier bereits gespeist haben. Auf dem Programm steht die Besichtigung einer weiteren Pension: die Rohotu Fare Lodge. Sie liegt am steilen Hang im Grünen mit Blick auf den Mount Otemanu. Wie Baumhäuser liegen die Zimmer versteckt inmitten der tropischen Vegetation des angenehm schattigen, botanischen Gartens. Der Stil mit viel Holz ist polynesisch. Diese Pension ist definitiv etwas für die etwas andere Reise. Sie liegt nicht am Strand und es werden Fahrräder angeboten. Ich werde abgeholt und zum Sofitel Private Island gebracht. Die Aussicht ist fantastisch. Zwischen den beiden Sofitel Resorts fährt zu festen Zeiten ein Boot hin und her. Hier auf dem Motu kann man auch heiraten. Vom Gipfel überblickt man die schöne Lagune Bora Boras. Das Wetter heute ist schwül und drückend. Ich freue mich auf ein Mittagessen im Schatten und die anschließende Freizeit an diesem Nachmittag. Mit dem Boot geht es um Bora Bora herum. Auf der anderen Seite der Lagune liegt das Hilton Bora Bora Nui Resort. Das Design der Bungalows ist polynesisch-marquesisch. Wir erklimmen den Hang. Oben liegt mit atemberaubend schöner Aussicht das Spa. Hier kann man eine Massage so richtig genießen. Per Bootstransfer werde ich zum InterContinental Thalasso & Spa gebracht. Die Lobby ist ausladend gestaltet, in modernem Design. Die Bungalows sind modern eingerichtet, polynesische Merkmale sind erkennbar. Der Blick auf den Mount Otemanu ist wunderschön. Es gibt eine großzügig angelegte Spa-Landschaft. Das kalte Wasser kommt aus 900 m Tiefe. Diese Anwendung ist einmalig. Das InterContinental Thalasso ist schön, modern und hochwertig. Anschließend bleibt mir etwas Zeit im Hauptdorf Bora Boras, Vaitape. Da es Sonntag ist, ist das Dörfchen noch verschlafener als sonst. Ich besuche eine Kirche. Gottesdienste in der Südsee sind farbenfroh und bunt. Es wird viel gesungen und das Miteinander groß geschrieben. Mein Programm sieht eine weitere Hotelbesichtigung vor: Ich werde mit dem Boot zum Pearl Resort Bora Bora gefahren. Die Hotels der tahitianischen Kette sind die polynesischsten. Der Empfangsbereich und das Restaurant wurden aus Bambus und Pandanus gefertigt. Alles ist liebevoll eingerichtet. Die Bungalows haben einen etwas anderen Grundriss. Man sieht die Parallelen zum Le Taha’a, das einige Jahre später vom selben Architekten entworfen wurde. Das Pearl Bora Bora ist der etwas einfachere Vorgänger. Die Anlage verfügt über einen palmengesäumten, weißen Sandstrand, an dem auch Hochzeiten stattfinden. Ich habe das Glück, einer Zeremonie beizuwohnen. Die Braut wird in einem Kajak an den Strand gebracht, wo der Bräutigam auf Sie wartet. Die Dekoration aus vielen frischen Südsee-Blüten und die traditionell gekleidete Tanzgruppe sorgen für das optimale Flair. Die Hochzeitszeremonie ist bunt und fröhlich. Braut und Bräutigam strahlen mit der Sonne um die Wette. Ich schieße einige Bilder und freue mich über das überraschende Alternativprogramm. Denn eigentlich stand heute Schnorcheln mit Haien und eine Stachelrochen-Fütterung an. Doch ich wurde nicht abgeholt. Auch das ist Südsee. Entspannen, ruhig bleiben, Island Time… Ich beziehe Unterkunft im InterContinental Moana auf der Hauptinsel Bora Boras. Die kleine Anlage verzaubert durch die vielen Blüten im Garten. Die Bungalows selbst sind etwas kahl, sorgen aber für eine angenehme Atmosphäre. Restaurant und Bar laden zu einem Cocktail am Strand ein. Das Gelände des InterCont Moana eignet sich für gemütliche Stunden. Bevor ich Bora Bora verlasse, hole ich meinen Schnorchelausflug nach und schippere zu Ukulele-Klängen über die türkisfarbene Lagune. An einer bestimmten Stelle schnorchele ich mit einem Schwarm Schwarzspitzen-Riffhaien. Die Fische sind ungefährlich, wirken aber doch etwas beängstigend, wenn sie rasant in Richtung Taucherbrille schwimmen. Die anschließende Stachelrochen-Fütterung ist kuscheliger: Die Tiere fühlen sich glitschig und sanft an. Ich wate durchs Wasser, während die Rochen um meine Beine streicheln.

Stachelrochen Bora Bora
St. Regis Bora Bora
Sofitel Private Island Bora Bora
Rohotu Fare Lodge Bora Bora
Hochzeit auf Bora Bora

Tikehau

Ich werde zum Flughafen gebracht und fliege nach Tikehau, einem der Atolle im Tuamotu-Archipel. Hier mache ich sozusagen Urlaub. Da es nur ein Hotel (und einige Pensionen) auf Tikehau gibt, stehen keine weiteren Hotelbesichtigungen an. Die Sonne strahlt. Wir fliegen über die Insel Tetiaroa hinweg und ich knipse begeistert einige Fotos durch die Scheibe. Kurz vor Ankunft auf den Tuamotus werfe ich noch einen Blick auf die Insel Makatea. Makatea ist eine hohe Koralleninsel, ein gehobenes Atoll. In polynesischer Sprache bedeutet makatea weißer Stein. Im Französischen wird das Wort makatea generell für Inseln dieses Typs benutzt. Ganz anders sind die flachen Atolle der Tuamotus. Am Flugplatz von Tikehau startet und landet täglich nur eine Maschine. Ich unternehme einen Bootsausflug über die Lagune. Die Einheimischen laden mich auf poisson cru zum Mittagessen ein. Poisson cru ist das Nationalgericht Französisch Polynesiens bzw. in ähnlicher Form und unter anderem Namen das Gericht der ganzen Südsee. Poisson cru besteht – wie der Name sagt – aus rohem Thunfisch. Zutaten sind außerdem Kokosmilch, Limettensaft, Tomaten, Zwiebeln, Möhren und Salz. Dazu trinke ich einheimisches Bier. Ich lasse die Seele baumeln und genieße die Südsee von ihrer schönsten Seite in vollen Zügen: einmal ins kühle Nass, ein wenig am weißen Strand liegen und sonnen, Schwarzspitzen-Riffhaie beobachten, Fischschwärme bewundern, den warmen Wind um die Nasenspitze wehen lassen… ich breche auf zur Vogelinsel inmitten der Lagune von Tikehau. Hier leben neben den seltenen Rotfußtölpeln auch weiße und schwarze Seeschwalben. Ich finde Nester und Eier, kann die Tiere teilweise sogar berühren, ohne dass diese davon fliegen. Ein kleines Paradies. Einer der Bootsfahrer fängt in der Zwischenzeit ein paar Fische für sein Abendessen. Ich bin erstaunt und frage mich, wie er das wohl macht. Hier ticken die Uhren wirklich noch anders. Hier ist die westliche Zivilisation kaum angekommen. Ich schalte ab, genieße den Sonnenuntergang und anschließend den Sternenhimmel von der Terrasse meines Bungalows aus. Am nächsten Morgen, meinem letzten im Paradies, unternehme ich einen Spaziergang entlang der rosafarbenen Sandstrände Tikehaus und beobachte Einsiedlerkrebse in ihren Muschelschalen.

Insel Tikehau
Strand Tikehau
Tikehau Vogelinselchen