Tiaki – Verantwortung für Neuseeland

Neuseeländer spüren eine besondere Verbindung zu ihrem Land und möchten Besuchern dabei helfen, es sicher und bewusst zu bereisen. Das Tiaki Versprechen beinhaltet eine Reihe von Leitprinzipien für Reisende, mittels derer sie zum Schutz und Erhalt Neuseelands beitragen können.

Neuseelands wunderschöne Landschaften mit dem Auto, Camper oder Wohnmobil zu erkunden ist eine beliebte Fortbewegungsmethode. Neuseeland verfügt über mehr als 94.000 Kilometer öffentlicher Straßen; die Erkundungsmöglichkeiten sind entsprechend riesig. Allerdings können die Straßen eng und kurvig sein.

Verantwortungsbewusstes Fahren

Die wichtigsten Grundregeln beim Fahren in Neuseeland sind:

– Sicherheitsgurt tragen

– Links fahren

– Maximale Geschwindigkeit von 100km/h einhalten

– Überholverbot bei gelben Linien beachten

Wichtige Verkehrsregeln und Unterschiede finden Sie im Video.

Empfehlenswerte neuseeländische Webseiten zum Prüfen von Wetter und Straßenverhältnissen sind: Metservice, AA Roadwatch, NZ Transport Agenc.

Verantwortungsbewusstes Campen

Falls Sie campen, müssen sie alle Campingregeln befolgen und wissen, wo sie campen dürfen und wo nicht. Dies hängt mit ihrem Fahrzeugtyp und den auf dem Platz zur Verfügung stehenden Anlagen zusammen. Verantwortungsloses Campingverhalten kann riesige negative Auswirkungen auf die Umwelt Neuseelands haben.

Campingplätze und Ferienparks

Campingplätze und Ferienparks gehören kommerziellen Anbietern, die eine sichere und gut ausgestattete Camping-Infrastruktur, Zeltplätze und Parzellen mit und ohne Strom, sowie manchmal Hütten oder Zimmer, anbieten. Eine Campingparzelle kann eine spezifische, markierte Grasfläche sein – oder aber es gibt eine „nimm, was du kriegen kannst“-Regelung, nach der Zelte dort aufschlagen werden kann, wo Platz ist. Die Kosten für ein Zelt oder einen Wohnmobil-Stellplatz beinhalten außerdem die Nutzung der Campingplatz-Infrastruktur. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 10 NZD bis 40 NZD

Zu von Campingplätzen und Ferienparks oftmals angebotenen Infrastruktur gehören:

– Ein Freizeit- oder Gemeinschaftsraum
– Gemeinschaftsküche
– Toiletten / Duschen (manchmal münzbetrieben)
– Spielplatz
– Kiosk mit Grundnahrungsmitteln und Camping-Ausstattung
– Münztelefon
– Waschmaschinen & Trockner (normalerweise münzbetrieben)
– Schwimmbad oder Spa
– Müll- und Recycling-Stationen

Department of Converstation (DOC) Campingplätze

Die Umweltbehörde Department of Conservation (DOC) betreibt über 250 öffentliche Campingplätze in den Naturschutzgebieten Neuseelands. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage in einigen der schönsten Regionen des Landes haben diese Campingplätze meist keinen Platzwart und laufen auf Vertrauensbasis. Auf den meisten DOC Conservation Campsites sind Zelte, Camper, Wohnmobile und Wohnwagen allesamt willkommen. Die Infrastruktur ist üblicherweise minimalistisch und sehr einfach, aber entsprechend günstig sind die Preise; manchmal sogar kostenlos. Es gibt drei Klassen von DOC-Campingplätzen, die jeweils über entsprechende Infrastruktur- und Kostenstrukturen verfügen (Basic, Standard und Serviced).

Hier finden Sie eine Übersicht der DOC Campsites.

Verantwortungsbewusstes freies Campen (freedom camping)

„Freies Campen“ oder „Freedom Camping“ beschreibt grundsätzlich das kostenlose Campen in einem Zelt, Campervan oder Fahrzeug auf öffentlichem Land mit minimaler oder keinerlei Ausstattung wie Toiletten oder Duschen. Durch die minimale Infrastruktur sind die potentiellen Auswirkungen auf die Umwelt an diesen Campingplätzen und für das gesamte Ökosystem riesig, wenn die Nutzer nicht verantwortungsbewusst mit dem Platz umgehen.

Viele der tollen Felder, Wiesen, Reservate und Landwirtschaftsflächen Neuseelands befinden sich in Privateigentum und dürfen grundsätzlich nicht zum Campen verwendet werden. Zusätzlich ist an zahlreichen öffentlichen Plätzen, die auf den ersten Blick wie geschaffen zum Campen wirken, das Campen explizit verboten.

Wenn Sie das „Freedom Camping“ gerne ausprobieren möchten, ist die Freedom Camping Webseite ein guter erster Anlaufpunkt mit vielen regionalen Informationen zu Freien Campingplätzen.

Natur schützen und sauber halten

Neuseelands natürliche Landschaften und Tierwelt  sind einzigartig in der Welt. Hier sind einige Richtlinien rund um den Naturschutz:

Wilden Tieren ihren Raum lassen

Man sollte immer einen Abstand von mindestens 20 Metern zu allen wilden Tieren einhalten und niemals Vögel füttern – auch dann nicht, wenn sie danach betteln. In Neuseeland haben Sie die Chance zahlreiche einzigartige Wildlife-Begegnungen zu erleben, die es Ihnen in Begleitung von geschulten Führern oder Rangern ermöglichen, ganz nah heran zu kommen. Wenn Sie unvergessliche Begegnungen aus der Nähe wünschen, sind geführten Touren die beste Option.

Immer eine Toilette nutzen

Öffentliche Toiletten sind in Neuseeland überall verfügbar und können zum Beispiel über die Handy-App Campermate gefunden werden. Wenn Sie offizielle Wanderungen planen, gibt es üblicherweise einfache Toiletten am Wegesrand. Wenn sie erfahren sind und Mehrtageswanderungen planen, raten wir Ihnen, sich auf der Webseite der Umweltbehörde Department of Conservation (DOC) zu informieren, was sie tun sollten, wenn keine Toiletten in der Nähe sind.

Richtlinien zum Recycling und zur Abfallentsorgung

Aufgrund der zahlreichen geschützten Bäume, Pflanzen und Wildtiere Neuseelands kann es aktuelle Naturschutzmaßnahmen, sowie eine Verpflichtung zum Waschen oder Absprühen der Ausrüstung zum Bekämpfen von Baumkrankheiten o.ä. geben. Lesen Sie an jedem ihrer besuchten Orte die Richtlinien und informieren Sie sich über die Recycling und Abfallentsorgung, da bei Verstößen Bußgelder anfallen können. Befolgen Sie die neuseeländischen Biosecurity Richtlinie, z.B. muss Ihre Outdoor-Ausrüstung vor der Einreise nach Neuseeland gründlich gereinigt sein.

Genehmigung für Drohnen

Jeder, der eine Drohne in der Nähe von Parks und Wildtiere fliegen lassen möchte, sollte auf der DOC-Webseite prüfen, ob eine Genehmigung benötigt wird. Außerdem müssen die Luftrechtregulationen der Civil Aviation Authority beachtet werden, da ein Großteil Neuseelands zum aktiven Luftraum zählt. Wenn Sie also eine Drohne mitbringen möchten, stellen Sie sicher, dass sie genug Zeit einplanen, um die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Weitere Informationen gibt es auf der Airshare Webseite

Kultur respektieren

Māori sind die tangata whenua, die ursprünglichen Bewohner und die indigene Bevölkerung Neuseelands. Die Geschichte, Sprache und Tradition der Māori spielen auch heute noch eine zentrale Rolle in der nationalen Identität Neuseelands.

Sie werden der Māori-Kultur bei vielen ihrer Aktivitäten begegnen, und es gibt jede Menge Möglichkeiten, faszinierende Geschichten und Legenden direkt von leidenschaftlichen, lokalen Guides zu erfahren. Dabei ist es völlig in Ordnung, Fragen zu stellen, und Sie werden eingeladen, an kulturellen Traditionen teilzuhaben. Dennoch gibt es einige grundsätzliche Vorgaben, die sie kennen sollten, um die Locals nicht zu beleidigen:

– Nicht auf Tischen oder Picknickstühlen stehen oder sitzen – Nahrung ist in der Māori-Tradition heilig. Zubereitungs- und Servierflächen sollten respektiert werden.

– Nicht den Kopf von Māori Person berühren – Der Kopf wird als tapu (heilig) angesehen. Berührungen von Fremden können für Māori unangenehm sein.

– Gastgeber sollten im Voraus über Ernährungsbedürfnisse informiert werden – Nahrung ist ein riesiger Teil der Kultur der Māori, deshalb beinhalten viele Aktivitäten Snacks oder Mahlzeiten. Es kann für Gastgeber beschämend sein, wenn sie eine Person nicht bewirten können, deshalb immer im Voraus Bescheid geben.

– Neuseelands taonga (Schätze) nicht stören – Sie werden viele Geschichten und Legenden rund um Neuseelands natürliche Wahrzeichen und die Entstehung der atemberaubenden Landschaften hören. Einige Berge, Inseln und Seen sind so wichtig für die Kultur der Māori, dass sie als tapu (heilig) angesehen werden, und deshalb für Nicht-Māori gesperrt sind. Es gibt auch andere heilige Orte, wie etwa Begräbnisstätten.

– Nicht alle Marae (traditionelle Begegnungsstätte) sind öffentlich zugänglich – Es kann sein, dass Sie als Teil einer kulturellen Tour ein Marae besuchen. Allerdings sind nicht alle Marae, die sie auf ihren Reisen sehen werden, für Besucher geöffnet. Wie beim Besuch eines fremden Zuhauses sollten sie sich dessen bewusst sein, dass sie zunächst eingeladen werden müssen; in diesem Fall durch ein Pōwhiri (formelle Willkommenszeremonie), bevor sie eintreten dürfen.

– Erst nachfragen, dann fotografieren – Beim Besuch eines Maraes sollten Sie nicht vergessen, dass diese ein lebendiger Teil des Māori-Gemeindelebens sind, und deshalb genau so respektiert werden sollten, wie der Besuch in einem fremden Zuhause. Normalerweise sind Fotos und Videoaufnahmen erlaubt, doch ist es immer am besten, kurz nachzufragen.

Kia Ora! Willkommen in Neuseeland. Unsere aktuelle Reiseangebote finden Sie hier.

Sarah Eipper
Ich war bereits in Australien, Neuseeland, Peru, Kolumbien, Namibia, in den USA und auf den Cook Islands. Sehr verschiedene Destinationen. Auch beim Reisen selbst fasziniert mich die Vielfalt: Australiens malerische Strände und das wilde Outback, Neuseelands atemberaubende landschaftliche Vielfalt und Perus faszinierende Weltwunder und Traditionen. Auf meinen Reisen habe ich viele aufregende Dinge erlebt. Eine Übernachtung im Outback unter freiem Sternenhimmel in Australien, eine Kreuzfahrt durch Fiordland mit anschließendem Überflug in Neuseeland und die mächtige Anlage Machu Picchu ganz nah in Peru gehören definitiv zu meinen schönsten Erinnerungen.