Uganda – Berggorillas hautnah erleben!

Eine Reise nach Uganda stand schon seit einiger Zeit ganz oben auf meiner „Bucket List“!

Im November 2018 war es dann endlich soweit. Ich wurde von der Firma „Crystal Safaris“ zu einer Informationsreise nach Uganda eingeladen. Es war eine 9tägige Rundreise mit den üblichen „Highlights“ des Landes ab/bis Entebbe, wo sich der Internationale Flughafen von Uganda befindet.

Mit Emirates ging es ab München via Dubai nach Entebbe. Der Flug dauerte ca. 11,5 Stunden zzgl. einer 2,5stündigen Unterbrechung in Dubai. In Dubai traf ich bereits meine mitreisenden Kollegen, die von Frankfurt aus starteten.

Die Einreise nach Uganda verlief relativ unkompliziert. Das Visum hatte ich im Vorfeld online beantragt (Kosten ca. 50 Euro) und die erforderliche Gelbfieberimpfung lag aufgrund meiner vorherigen Reisen nach Ostafrika auch schon vor.

Nachdem wir unser Gepäck in Empfang nahmen, ging es dann raus in die Ankunftshalle – alles recht übersichtlich. Unser Guide Joseph begrüßte uns und brachte uns zu unserer ersten Unterkunft in Kampala, welches die Cassia Lodge war – eine recht nette Unterkunft auf einem Hügel mit schönem Blick auf die Stadt und den Victoriasee. Kampala ist die Haupstadt Ugandas mit ca. 2,8 Millionen Einwohnern (Stand 2018 – Tendenz steigend!).

Am Abend gab es zur offiziellen Begrüßung aller Teilnehmer eine Tanzshow im Ndere Centre. Die Show war ein Mix aus Kultur, Musik, Erzählungen und teilweise akrobatischen Tanzeinlagen – das alles begleitet mit einer Art Barbecue im Freien.

Kampala – Tanzshow im Ndere Centre

Relativ erschöpft ging es nach einem sehr langen Tag dann endlich ins Bett. Ausgeschlafen und mit neuer Energie starteten wir am nächsten Tag in Richtung Norden des Landes. Ich war ein wenig froh darüber, der teilweise recht hektischen Stadt den Rücken zu kehren. Das Verlassen Kampalas zog sich aber mächtig in die Länge, da sich ein riesiges Ballungsgebiet rund um die Hauptstadt gebildet hat.

Unser heutiges Etappenziel hieß Murchison Falls National Park, ein beliebter Nationalpark, welcher am nordöstlichen Zipfel des Albert Sees liegt. Auf dem Weg nach Murchison kommt man beim Ziwa Rhino Sanctuary vorbei. Hier hat man die Möglichkeit, die leider immer seltener werdenden Nashörner in Uganda zu sehen. Wir konnten an einem geführten „Bush Walk“ teilnehmen, um diese vom Aussterben bedrohten Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Ziwa Rhino Sanctuary – vorsichtig pirschen wir uns an die friedlichen Kolosse heran
Breitmaulnashorn Mutter mit ihrem Jungen

Danach ging es weiter zum Murchison Falls Nationalpark. Dieser größte (ca. 4000qkm) und älteste Park Ugandas ist ca. 230km von Kampala entfernt. Er bietet sicherlich nicht das gleiche Tierspektakel wie seine Nachbarn in der Serengeti (Tansania) oder in der Masai Mara (Kenia), ist aber recht abwechslungsreich und auch nicht so stark frequentiert. Im tierreicheren Norden des Parks kann man mit Glück Elefanten, Büffel, Löwen, evtl. Leoparden und andere Wildarten beobachten. Zahlreich vertreten ist der Uganda Kob, eine Antilopenart, welche man immer wieder antrifft. Im Park gibt es auch die selten vorkommende Rothschild Giraffe. Neben den üblichen Pirschfahrten und Bootsfahrten auf dem Nil, der natürlich sehr viele Flusspferde und Krokodile beheimatet, können auch die namensgebenden Murchison Fälle besucht werden. Hier stürzt der sogenannte Victoria-Nil über 43 Meter in die Tiefe und fließt dann weiter in den Albert See. Mit dem Boot fuhren wir gemütlich eine Weile flussaufwärts bis wir die Fälle zu sehen bekamen.

Murchison Fälle

Danach gingen wir zu Fuß nach oben, wo die Fälle in die Tiefe stürzen. Es war ein gemütlicher Spaziergang mit immer wieder schönen Aussichtspunkten, um die Fälle zu bewundern.

Oberhalb der Murchison Fälle

Wir verbrachten 2 Tage beim Murchison Nationalpark und wohnten in der Paraa Lodge, einer relativ großen Lodge (54 Zimmer) mit einem großen und schön angelegten Pool. Reisende mit etwas mehr Zeit, können evtl. noch den Südöstlichen Teil des Parks besuchen, um im Budongo-Wald Schimpansen und andere Waldbewohner anzutreffen. Dazu hatten wir leider die Zeit nicht und so setzten wir die Reise fort zu unserem nächsten Ziel, dem Kibale Forest Nationalpark. Die Fahrt dorthin hatte es aber in sich. Da unsere Reise in der kleinen Regenzeit statt fand (November/Dezember), mussten wir feststellen, wie schwierig es sein kann, in dieser Zeit mit dem Auto unterwegs zu sein.

Afrika in der Regenzeit!

In einem kleinen Dorf auf dem Weg nach Kibale waren die Straßen eigentlich nur noch eine einzige Schlammmasse. Gott sei Dank hatten wir mit unserem Toyota Landcruiser nicht so viel Probleme wie die Einheimischen mit ihren normalen Fahrzeugen.

Für uns war es recht abenteuerlich und die einheimischen Kids hatten auch ihren Spaß.

Einheimische Kids am Straßenrand

Aufgrund dieser nicht eingeplanten Strapazen mit den durch den heftigen Regen in Leidenschaft gezogenen Wegen, dauerte die Fahrt doch recht lange und wir kamen erst am späten Nachmittag bei unserem heutigen Etappenziel der Crater Safari Lodge an, welche gleich in der Nähe des Parks liegt (Fahrtstrecke von Paraa Lodge zur Crater Safari Lodge ca. 350km). Der Kibale Forest Nationalpark ist vor allem für seine gute Schimpansen Population bekannt. Wir hatten für den nächsten Morgen unser Schimpansen Trekking gebucht und auch schon die „Permits“ im Vorfeld besorgt (USD 150,- pro Person).

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Nationalpark, wo wir als Erstes eine genaue Einweisung in das „Trekking“ bekamen. Es gibt Regeln, die jeder Besucher einzuhalten hat.

Kibale Forest Nationalpark – Briefing vor unserem Schimpansen Trekking

Nachdem dann die Gruppen (ca. 6-8 Personen pro Guide) eingeteilt wurden, ging die Suche nach den Primaten los. Wir liefen im Gänsemarsch durch den teilweise sehr dichten Regenwald und befolgten die Anweisungen unseres Guides. Plötzlich stoppten wir und der Guide machte uns auf ein paar gut zu hörende Geräusche aufmerksam. Wir wussten relativ schnell, dass wir unserem Ziel sehr nahe sein mussten. Und in der Tat, auf einmal waren Sie da – rund um uns herum – zahlreiche Schimpansen turnten in den Baumwipfeln über uns. Es war äußerst schwierig bei den schwachen Lichtverhältnissen im Regenwald gute Bilder zu machen. Als dann ein Schimpanse etwas näher kam, bekamen wir jedoch unsere Chance.

Kibale Forest Park – Schimpanse

Die Bedeutung Regenwald wurde mir dann klar und deutlich gemacht. Binnen Sekunden änderte sich das Wetter und starker Regen setzte ein. Das war leider nicht im Sinne des Erfinders, denn die Schimpansen mögen den Regen genauso wenig wie die typischen Touristen, die wir nun mal waren. Sie flüchteten ganz nach oben in die Bäume, wo das Laub dichter war und verließen den matschigen Untergrund, auf welchem wir nun den Rückweg antreten mussten.

Ich war froh meinen Poncho dabei zu haben. Nach Rückkehr mussten wir erstmal unsere klatschnassen Sachen etwas trocknen und nebenbei noch die ganzen Ameisen aus Socken und Hosen entfernen, die leider irgendwie den Weg nach drinnen gefunden hatten.

Nach dem Regen ist vor dem Regen (in der Regenzeit!)

Schade, dass uns der Regen ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis unsere nahen Verwandten in ihrem natürlichen Habitat zu sehen. Wir kehrten zum Mittagessen zur Crater Safari Lodge zurück und hielten nach einem leckeren Lunch ein wenig Siesta. Nach der kleinen Erholung machten wir uns dann auf, um die nahegelegenen Bigodi Sümpfe zu besuchen. Mit einem lokalen Führer durchquerten wir die Sumpflandschaft, die vor allem für seine artenreiche Vogelwelt und das Vorkommen von kleineren Affenarten bekannt ist. Empfehlenswert ist die Mitnahme von wasserfestem gutem Schuhwerk plus Gamaschen (man kann sich auch Gummistiefel ausleihen), denn die Wege sind äußerst feucht, da es nur stellenweise Holzpfade im Sumpfgebiet gibt. Ach ja – und die nervenden Ameisen gibt es auch hier!

Bigodi Swamp Walk

Wir erforschten den Sumpf so gut es ging und trafen immer wieder auf Tierarten, die es zu bestaunen galt. Vor allem die Vogelwelt Ugandas bietet eine Artenvielfalt, welche zur Besten in ganz Afrika gehört: Auf der ca. 240.000qkm großen Landfläche Ugandas befindet sich mit über 1.030 eingetragenen Vogelarten die höchste Vogeldichte ganz Afrikas. Das ist ein wahres „Mekka“ für sämtliche Ornithologen dieser Welt!

Wattle-Eye Bird (Schnäpperwürger)
Black & White Colobus Monkey (Schwarz-Weißer Stummelaffe)
Red Colobus Monkey (Roter Stummelaffe)

Nach dem interessanten Spaziergang durch den Bigodi Sumpf kehrten wir zurück zur Unterkunft. Nach 2 Nächten in der Kibale Region, ging es am nächsten Morgen weiter zum bekannten Queen Elizabeth Nationalpark. Die heutige Fahrt zur Mweya Safari Lodge war nicht sehr weit (nur ca. 150km), deshalb machten wir noch einige Hotelbesichtigungen auf dem Weg dorthin. Ist ja schließlich unser Job 😉

Unterwegs überquerten wir noch schnell den Äquator und kauften Bananen:

Äquator-Überquerung
Bananas to go !

Der Queen Elizabeth Nationalpark ist was normale Safari angeht, sicherlich der bekannteste Park in Uganda. Er hat ca. 2000qkm und wird in zwei Abschnitte durch den Kazinga Kanal geteilt. Diese ca. 35km lange natürliche Wasserstraße führt auf der einen Seite in den Edward See (Westen) und auf der anderen Seite in den Georg See (Osten). Wir hatten unsere heutige Nacht in der Mweya Safari Lodge vorgesehen. Eine schöne Lodge, welche direkt beim Kazinga Kanal liegt.

Queen Elizabeth Nationalpark – Mweya Safari Lodge – mit herrlichem Blick auf den Kazinga Kanal
Mweya Safari Lodge – Luxury Chalet mit Blick

Ein besonderes „Highlight“ in der Region, ist eine Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal. Unser Boot „Hippo“ lag schon bereit und wir machten uns auf für eine gemütliche Fahrt entlang des Kanals.

Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal

Vom Boot aus lassen sich zahlreiche Tierarten beobachten und fotografieren.

Flusspferde und Büffel liegen gerne zusammen am Ufer das Kanals
Flusspferde und Büffel umgeben von zahlreichen Wasservögeln
Flusspferd und Elefant im Kazinga Kanal
Pied Kingfisher (Graufischer) bei der Jagd

Neben den Bootsfahrten werden natürlich auch normale Wildbeobachtungsfahrten mit dem Fahrzeug in die verschiedenen Teile des Parks angeboten. Da wir leider nur 1 Nacht hatten, konnten wir den bekannten Ishasha Sektor nicht besuchen. Dieser Teil des Parks ist vor allem für seine „Baum-Löwen“ bekannt. Die Löwen werden so genannt, weil sie sehr gerne in Bäume klettern, ein eher löwenuntypisches Verhalten und normalerweise dem Leoparden zugeordnet. Über das „Warum“ gibt es mehrere Theorien – die einen sagen, es diene zur Kühlung, die anderen behaupten, es wäre wegen der Fliegen. Ganz genau ist es bis heute nicht geklärt.

Wir fuhren in einen Abschnitt des Parks in der Nähe der Mweya Safari Lodge. Die Eingänge werden kontrolliert und man muss sich an der Rezeption registrieren lassen.

Die jeweiligen Einfahrten sind gut durch ein großes Tor zu erkennen.

Eingang in den Queen Elizabeth Nationalpark

Falls dieses Tor jedoch nicht mehr da sein sollte, lag es wohl an der Tatsache, dass ein Fahrer die Höhe seines Fahrzeuges nicht richtig einschätzen konnte – so etwas kann ja mal passieren 😉

Ehemaliger Eingang in den Queen Elizabeth Nationalpark

Wir hatten es ohne Probleme geschafft in den Park zu gelangen und starteten unsere Wildbeobachtungsfahrt. Heja Safari:

Pirschfahrten im Queen Elizabeth Nationalpark
Büffel im Queen Elizabeth Park
Löwin im Queen Elizabeth Park – neugierig beobachtet von Kob-Antilopen

Nach dem Besuch des Queen Elizabeth Nationalparks stand dann der absolute Höhepunkt der Reise an: der Bwindi Impenetrable Nationalpark (was so viel heißt wie „undurchdringliches Gebiet“) ganz im Südwesten des Landes – im Grenzgebiet zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (Fahrtstrecke ca. 290km).

Die Landschaft im Südwesten Ugandas ist wirklich beeindruckend – immer wieder trafen wir auch auf super freundliche Menschen, die uns herzlich grüßten.

Fröhliche Schulkinder am Straßenrand
Einheimischer bringt seine Ernte (Matoke / Kochbananen) nach Hause
Virunga Mountains – eine Vulkankette im ostafrikanischen Grabenbruch

Die Virunga-Berge umfassen eine Kette von acht Vulkanen, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Ruanda und Uganda liegen und sich entlang des zentralafrikanischen Grabenbruchs erstrecken. Die Vulkankette ist mit tropischem Bergregenwald bedeckt. Dies ist die Heimat der faszinierenden Berggorillas – und diese hautnah erleben zu können, war unser Ziel für den nächsten Tag.

Warum der bekannte Film über Dian Fossey „Gorillas im Nebel“ heißt, war mir bei diesem Anblick sofort klar:

Bwindi – Gorillas in the mist!

Eine leichte Nervosität war bei mir schon festzustellen, denn der Wunsch, diese tollen Geschöpfe aus nächster Nähe zu betrachten, existierte bei mir schon sehr lange. Endlich war es soweit – vor lauter Vorfreude konnte ich gar nicht so richtig einschlafen, obwohl die Gorilla Safari Lodge sehr gemütlich und einladend war.

Bwindi – Gorilla Safari Lodge

Sie liegt umgeben von herrlichem Regenwald – der in der Tat ganz schön undurchdringlich aussieht.

Bwindi Impenetrable Rainforest

Der Bwindi Nationalpark wurde erst 1991 gegründet, ist ca. 330qkm groß und gehört seit 1994 zum UNESCO Welterbe. Die Höhe des Parks erstreckt sich von 1.160m bis zu 2.607m.

Zur Planung einer Uganda Reise inkl. Gorilla Trekking, ist es ein absolutes MUSS, das Gorilla Permit im Vorfeld zu reservieren. Diese Permits sind limitiert und die Nachfrage ist trotz des stolzen Preises sehr hoch (1 normales Permit kostet USD 600,- pro Person). Es wird auch nicht zurückerstattet – es gibt aber Teilerstattungen bei kurzfristiger Erkrankung etc.

Die Gorilla Safari Lodge war unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte – sie liegt im Rushaga Gebiet und ist nur ca. 1km vom Treffpunkt für das Gorilla Trekking entfernt.

Nach einem herzhaften Frühstück, ging es gestärkt und entsprechend vorbereitet (Trekkingschuhe mit Gamaschen, leichte Gartenhandschuhe, atmungsaktive Kleidung und natürlich eine passende Fotoausrüstung) zu diesem Treffpunkt. Dort erhielten wir eine genaue Einweisung über die Verhaltensregeln und wurden in Gruppen eingeteilt, die in der Regel nicht größer sind als 8 Teilnehmer. Beim „Briefing“ hörte man niemanden husten, denn kranke Teilnehmer dürfen nicht zu den Gorillas – es besteht eine zu große Ansteckungsgefahr – die DNA des Menschen ist der DNA des Gorillas sehr ähnlich.

Bwindi – Briefing und Einteilung der Gruppen

Und dann ging es endlich los – unsere Gorilla Gruppe war die Nshongi Gruppe – mein Adrenalin war am Anschlag.

Auf den ersten paar Metern machte ich gleich die erste tierische Begegnung und ich dachte mir, wie groß mögen die Affen wohl hier sein, wenn die Würmer schon riesig sind:

Nur der frühe Vogel fängt den Riesen Wurm!

Immer tiefer kamen wir in den Regenwald. Wir alle hatten uns Träger (Porter) genommen, die beim Tragen und beim Balancieren durch das teilweise schwierige Gebiet immer hilfreich zur Seite standen. Man unterstützt dadurch auch die lokale Bevölkerung und ich kann das Anheuern von Portern nur  empfehlen.

Nshongi Group wir kommen!

Bwindi – im Gänsemarsch durch den Regenwald

Unser Hauptguide war immer im Funkkontakt mit den sogenannten Trackern (Fährtenlesern), die schon lange vor uns in den Wäldern nach den Gorillas gesucht hatten. Das Gorilla Trekken kann je nach Region und Ausgangspunkt bis zu 6-8 Stunden dauern. Es kann sehr anstrengend sein, weil man in steilen Gebieten durch undurchdringlichen Regenwald vorankommen muss. Es kann aber auch einfacher sein – wir hatten wohl etwas Glück bzw. den nötigen Kontakt, denn die Gorillas waren auf dem Weg zu uns – sie kamen uns also entgegen. So dauerte es nur ca. 1,5 Stunden und der Moment war gekommen: die Nshongi Gang war da!

Ich sah die ersten Bewegungen in den dichten Gebüschen vor uns. Und dann der erste Gorilla – einfach Wahnsinn. Ich hatte vor lauter Aufregung fast meine Kamera verloren – aber dann war ich bereit. Die ersten Schnappschüsse fielen:

Bwindi – Berggorilla Mama
Bwindi – Gorilla Babies

Als ich total konzentriert beim Fotografieren war, merkte ich plötzlich eine Berührung an meinem Bein. Ich schaute nach unten und konnte es nicht glauben. Ein kleiner Gorilla war anscheinend von meiner hellblauen Trekkinghose so dermaßen fasziniert, dass er sie genussvoll ablecken wollte. Was für ein unglaublicher Moment. Eigentlich ist das gar nicht erlaubt, aber ich konnte im ersten Augenblick nichts dagegen tun.

Berggorillas hautnah
Dem Menschen so unglaublich ähnlich – könnte es sich hier um den klassischen Hangover handeln ?
Mitten drin statt nur dabei

Leider verging die Stunde, die man mit den Gorillas verbringen darf viel zu schnell. Ich hätte dort Stunden verweilen können. Es ist ein so intensives Tiererlebnis mit diesen total friedlichen und harmonischen Riesen. Wir Menschen könnten von dieser Harmonie und diesem Frieden so viel selbst gebrauchen, was mich dann doch recht nachdenklich gemacht hat. Die Berggorillas sind vom Aussterben bedroht und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir auch dieses wundersame Lebewesen vom Planeten Erde verdrängt haben.

Ich hoffe, dass es uns irgendwie gelingen kann, den Lebensraum der Gorillas so lange wie möglich zu schützen und zu erhalten. Falls ich noch einmal die Chance zu solch einer Reise bekommen sollte, werde ich eine „Gorilla Habituation“ buchen. Dies ist eine individuelle Form des Trekkings, welche den ganzen Tag dauert und man eine Gorilla Familie besucht, die gerade an Menschen gewöhnt wird. Die „Habituation“ kostet zwar 1.500,- USD, muss aber ein noch schöneres und intensiveres Erlebnis sein.

Eine tolle und faszinierende Reise neigte sich langsam dem Ende. Von Bwindi fuhren wir direkt zurück nach Entebbe, wo wir die letzte Nacht im 2 Friends Guesthouse, direkt am Victoriasee verbrachten (Fahrtstrecke ca. 500km).

Da wir noch ein wenig Zeit über hatten, machten wir noch eine kurze Stippvisite beim Entebbe Zoo. Ich wollte unbedingt noch den seltenen Schuhschnabel vor die Linse bekommen, den wir auf der Tour leider nicht gesehen hatten.

Shoebill Stork (Schuhschnabel)

Nach erfolgreicher Mission hieß es dann leider schon wieder Good-bye Uganda.

Ein tolles Land und für jeden Afrika Fan ein Bestandteil der berühmten „Bucket List“ !

Eine ähnliche Reise aus unserem Programm finden Sie hier:

Erlebnis Uganda & Gorilla-Tracking

Oliver Haas
1996 war ich das erste mal in Afrika - als Angestellter bei der Palmwag Lodge im wilden Damaraland in Namibia. Seitdem bin ich fasziniert von den Kulturen, den atemberaubenden Landschaften und der einzigartigen Tierwelt dieses Kontinents. Vom Afrika-Fieber gepackt, habe ich bereits Namibia, Südafrika, Botswana, Zimbabwe, Zambia, Malawi, Mozambique, Tanzania, Kenya, Uganda und Madagaskar bereist. Auf meinen Reisen durfte ich viele unvergessliche Momente erleben. Der wohl Eindrucksvollste für mich war, als ich als "Hobby-Guide" auf der Palmwag Lodge in Namibia bei einer Pirschfahrt mein allererstes freilaufendes Spitzmaulnashorn für meine Gäste aufgespürt habe.