Westaustralien – Wunderschöne Korallenküste

Von der Gold Coast flog ich in sechs Stunden von der Ost- zur Westküste. Virgin Australia bietet eine kostenfreie Unterhaltungs-App an, die vorher im App Store heruntergeladen werden muss. Dabei sind Filme, Serien, Musik und Spiele zu finden, sodass ein langer Inlandsflug nicht langweilig wird. Unterwegs lohnt es sich immer wieder aus dem Fenster zu schauen, um die unglaubliche Küstenlandschaften (Eyre Peninsula und Esperance) oder das Outback von oben zu sehen.

Perth, die abgelegenste Hauptstadt der Welt, hat mehr Sonnenstunden als jede andere australische Großstadt. Klarer Himmel und Sonnenschein – perfekt um die Stadttour zu Fuß zu starten. Ausgangspunkt ist der Elizabeth Quay. Man kann sich kaum vorstellen , dass hier früher der Highway durchging. Der Kai ist wunderschön gelegen. Wir gehen am Wasser entlang und sehen sogar ein Delfin schwimmen. Hier befindet sich auch die Rooftopbar „The Revely“, wo gemütlich ein Sundowner geschlürft werden kann.

An der Promenade am Elizabeth Quay, links davon befindet sich „The Revely“

Die Two Feet & A Hearbeat Walking Tour führt uns durch die Innenstadt. Ältere Gebäude vermischen sich mit modernen Wolkenkratzer. Gassen mit kleinen versteckten Cafés und Bars treffen auf eine Gasse mit britisch akzentierten Häusern, die eher an England erinnert. Die Stadt ist gemütlich und lebendig. Viele kleine Cafés und Bars warten darauf entdeckt zu werden. In Northbridge, das Ende der Walkingtour gibt es tolle Restaurants. Beide Stadtviertel sollen schon bald mit einem großen Platz als Zentrum verbunden werden. Perth entwickelt sich weiter zu einer tollen Großstadt.

Die alte Kirche Unity Church in mitten von modernen Gebäuden.
Aussicht von der Dachterasse des Alex Hotels in Northbridge
Die „englische Gasse“ London Court. Dort taucht man kurz in ein anderes Jahrhundert ein.

Am nächsten Tag geht es auf dem Indian Ocean Drive mit sieben Stunden Fahrtzeit und Zwischenstopps im Nambung Nationalpark, Cervantes und Pink Lake zum Endziel Kalbarri.

Nach zwei Stunden Fahrt nördlich ab Perth liegt der Nambung Nationalpark. Bekannt für seine „Pinnacles“. Auf dem Weg dorthin passieren wir wunderschöne Küstenabschnitte. Im Nambung Nationalpark haben wir die Möglichkeit einen kleinen Track zu laufen (1,2 km), um die faszinierende Landschaft mit tausenden goldenen Kalksteingebilden (Pinnacles), die z.T. weit in den Himmel ragen, zu entdecken. Wer mit dem Auto fährt, kann noch weiter in den Nationalpark vordringen und den 14 km langen Loop fahren.

Beim Rundgang im Nambung Nationalpark sehen wir etliche Felstürme, die Pinnacles.
Rosakakadu (Galah) sind in Australien häufig zu sehen.
Wir haben mit Glück eine Kängurufamilie zwischen den Pinnacles gesehen.

Unser nächster Stopp ist Cervantes. Immer wieder präsentieren sich riesige Sanddünen, die auf der 17 km langen Strecke liegen. In Cervantes besuchen wir Lobster Shack, die familiengeführte Lobsterfabrik, die eine Führung durch die Fabrik anbietet, um danach fangfrischen Lobster zu essen.

Während der kleinen Führung bei Lobster Shack sehen wir eine Riesen-Languste
Ein leckeres Mittagessen bei Lobster Shack

Kurz vor oder nach Geraldton hat man nach 2,5h Stunden Fahrt etwas Zeit sich die Füße zu vertreten. Geraldton ist eine Industriestadt und hat wenig zu bieten. Wer sich für Museen interessiert und sein Wasserproviant oder Sprit auffüllen muss, sollte das hier tun. Geraldton bietet ebenso einige Übernachtungsmöglichkeiten. Unser letzter Stopp, kurz vor unserem Ziel Kalbarri,  liegt der Pink Lake (Hutt Lagoon). Der See hat eine natürliche lila rosa Farbe aufgrund der Algen. Tolle wechselnde Farben zeigt er beim Sonnenuntergang.

Der Pink Lake zeigt seine natürliche Farbe in der Nachmittagszeit.

Angekommen in Kalbarri. Kalbarri ist ein nett gelegenes Küstenörtchen mit schöner Landschaft und tollem Sonnenuntergang. Der ruhige Ort liegt am Murchison River. Hier werden auch einige Aktivitäten wie zum Beispiel Kajak fahren, Schnorcheln oder eine Rivercruise angeboten. Auch hier zeigen die Wildblüten noch einige Farben und Kängurus hüpfen unbeschwert umher. Nach unserem Abendessen im Upstair Restaurant, wo es frisches Seafood gibt, genießen wir in der Bar gegenüber zusammen mir Einheimischen die  Live-Musik. Übernachtet haben wir im Kalbarri Best Western Edge Resort.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf um den einstündig entfernten Kalbarri National Park zu besichtigen. Der Kalbarri Nationalpark ist bekannt für seine dramatischen Schluchten und die Wildblüten, die zwischen Juli und Oktober blühen. Viele Lookouts laden ein, die spektakuläre Aussicht zu genießen. Ein kleine Wanderung zum Nature’s Window und Z Bend lohnt sich allenfalls. Weitere Lookouts sind Hawkes Head, Ross Graham, Red Bluff und Pot Alley, die die Schönheit des Nationalparks mit all seinen Farben zeigen. Schon bald wird es dort einen Skywalk geben.

Im Kalbarri Nationalpark wachsen Bäume aus dem roten Fels
Am Z Bend Lookout auf den Murchison River
Kalbarri NP – Aussicht auf dem Weg zum Natures Window
Das bekannte „Natures Window“ im Kalbarri Nationalpark

 

Schlucht im Kalbarri Nationalpark am Z Bend Lookout

Nach unserem Ausflug im Kalbarri Nationalpark fahren wir weiter nördlich. Auf der Strecke vom Kalbarri Nationalpark zur Shark Bay hat man die Möglichkeit in einem der beiden Roadhäuser zu stoppen, um sich die Beine zu vertreten, Essen zu kaufen oder Benzin nach zu füllen – sonst ist weit und breit nichts außer Highway.

Stopp am Billabong Roadhouse

Wir verlassen den Highway kurz nach dem Overlander Roadhouse und biegen links Richtung Denham ein. Nach 40 km erreichen wir Hamelin Pool. Hamelin Pool hat eine Telegraphen Station, ein Museum und ein Teehaus und bietet Campern eine Übernachtungsmöglichkeit an. Bekannt ist Hamelin Pool für die Stromatoliten, die das Leben auf der Erde möglich gemacht haben sollen. Bei Ebbe sieht man die „Felsen“ vom Steg aus aus dem Boden herausragen und blubbern. Dort spielt sich durch winzige Mikroorganismen Leben ab.

Das früher Posthaus aus 1884 in Hamelin Pool.
Bei Ebbe liegen die Stromatoliten bei Hamelin Pool frei

Kurz nach Hamelin Pool erreicht uns ein weiteres Highlight – der Shell Beach. Dieser Strand besteht aus Billionen von Muscheln. Er ist so weiß, dass er zunächst blendet wenn man aus dem Auto steigt. Es gibt nur zwei reine Muschelstrände auf der Welt. Der Shell Beach, WA ist einer davon. Früher hat man harte Muschelblöcke abgebaut und als Baumaterial für einige Gebäude in Denham verwendet.

Auf den ersten Blick weist sich der Shell Beach zunächst als Sandstrand aus.
Früher hat man aus dem harten Muschelsand Felsblöcke herausgeschnitten um Gebäude zu bauen

In Monkey Mia und im einzigem Resort angekommen, begrüßen uns die Delphine zum Sonnenuntergang. Das Resort ist klasse gelegen und bietet verschiedene Übernachtungskategorien an. Das Restaurant mit einer Terrasse direkt am Strand am Indischen Ozean lädt zum Abendessen ein. Dort lässt es sich aushalten.

Jeden Morgen findet die Delfinfütterung der wilden Delphine, die schon seit Jahren zu Besuch kommen, am Monkey Mia Strand nahe des Piers statt. Während des Frühstücks schwimmen diewilde Delphine, die sich dort gerne im ruhigen Wasser aufhalten umher. Die Pelikane fühlen sich am Strand ebenfalls sehr wohl und sind ein weiteres Highlight am Monkey Mia Beach.

Pelikane sind ebenfalls am Monkey Mia Beach anzutreffen und freuen sich auf die Fütterung

Bei der Fütterung wird sehr genau darauf geachtet die Delphine nicht zu erschrecken – anfassen ist nicht erlaubt und die Guides erzählen interessante Hintergründe zu den Meeressäugern in Monkey Mia. Es lohnt sich die Fütterung abzuwarten und bei der zweiten Runde ohne Fütterung dabei zu sein – die Delphine tollen im Wasser herum und der Strand ist weitaus leerer.

Die Delfinfütterung am Monkey Mia Beach findet jeden morgen um 7:45 Uhr statt
Die Delfine schwimmen schon frühmorgens am Strand und können sogar vom Frühstückstisch beobachtet werden

Nach der Fütterung startet unsere heutige Tour in den wunderschönen Francois Peron Nationalpark. Unser Tourguide ist der Eigentümer von Wula Gura Nyinda Eco Adventures, der die besten authentischen Aboriginiekultur-Touren im Francois Peron Nationalpark anbietet. Wir starten in Denham, wo uns unser Guide mit 4-WD Geländewagen und Kanus abholt. Nach 30 Minuten Fahrt erreichen wir den Francois Peron Nationalpark. Die Luft wird aus den Reifen abgelassen und wir starten durch im roten Wüstensand. Unterwegs stoppen wir, um auf dem Dach des Wagens den Ausblick zu genießen oder eine gut versteckte Eule zu sehen, die nur Kenner im Baumwipfel entdecken.

Auf den Weg in den Francois Peron Nationalpark fahren wir auf rotem Wüstensand.
Die Eule im Baumast wird nur von Kennern entdeckt.
Wüstenblumen im Francois Peron Nationalpark

Angekommen an der Big Lagoon, werden die Kanus in Position gebracht. Um den Nationalpark in all seinen Farben kennenzulernen, paddeln wir zur gegenüberliegende Bucht.

Unsere Kanus nach der Lagunendurchquerung am Strand

Dort erstreckt sich ein Farbenspiel, dass man so noch nicht gesehen hat. Roter Wüstensand vermischt sich mit weißem Strand, grüner Busch und das türkisblau aus der Lagune, sowie der strahlend blauer Himmel und rote Felsen zeichnen ein spektakuläres Bild. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus und erfreuen uns immer wieder auf der kleinen Wanderung hoch hinauf auf die Dünen an der spektakulären Sicht – wo der Ozean auf die Wüste trifft.

Ein Blick auf die Big Lagoon im Francois Peron Nationalpark.
Ein Farbenspiel im Francois Peron Nationalpark.
Versaltzene Gräser im Francois Peron Nationalpark

Wir verbringen ein paar Stunden dort auf der wunderschönen anderen Seite der Lagune und paddeln mit unseren Kanus zum Ausgangspunkt zurück. Dareen bereitet uns beim Barbecue frischen Fisch mit leckeren Salaten zu. Eine tolle Tour im Francois Peron NP neigt sich dem Ende zu. Wir machen noch einen kurzen Halt am Hot Pool, um uns im warmen Quellwasser zu entspannen, bevor wir uns von Dareen verabschieden und zu unserer Unterkunft fahren.

Ein letzter Blick auf die Big Lagoon. Ein Campingplatz im Francois Peron Nationalpark liegt direkt an der Lagune.

Am nächsten Morgen haben wir noch einmal die Gelegenheit bei der Delfinfütterung am Monkey Mia Beach zu zusehen oder den Strand zu genießen.

Der noch menschenleere Strand am Monkey Mia Beach.

Unsere Vormittags Tour Wildlife Cruise startet mit einem Katamaran direkt vom Steg von Monkey Mia. Auf der Segeltour sehen wir Seekühe aus der Ferne. Die Sonne ist kräftig, deshalb ist eine Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme ein Muss. Wir segeln ruhig durchs Wasser. Zum Ende der Tour sehen wir noch eine Schildkröte, die kurz Luft holt um wieder im Wasser zu verschwinden.

Eine Seekuh in weiter Ferne im Indischen Ozean im ruhigen Gewässer – entdeckt sie jemand?
Steg in Monkey Mia, von dem aus Delfine und Schildkröten beobachtet werden können

Nach unserem Lunch werden wir für unseren Flug nach Perth abgeholt. In Denham besteht noch die Möglichkeit das Shark Bay World Heritage Discovery Centre zu besichtigen. Unser Skippers Flug fliegt vom Shark Bay Airport zunächst nördlich nach Carnavon, um dann nach Perth zu fliegen.

Unser Flugzeug, das uns von Shark Bay nach Perth bringt.
City Beach Perth: Direkt am Strand mit Aussicht frühstücken wir im Café Odyssea

Zum Frühstücken am nächsten Tag verabreden wir uns im Odyssea. Ein toller Frühstücksspot direkt am City Beach mit leckerer Karte und toller Aussicht und der Möglichkeit zu Schwimmen und Surfen. Wir haben noch den ganzen Vormittag Zeit um Freemantle zu besichtigen.

An der Shipwreck Gallery in Freemantle startet unsere Tour

Die Gassen der Hafenstadt laden zum Bummeln ein – der „Cappuccino Strip“ ist durch Cafes und Läden besonders beliebt. In Freemantle kann das Maritime Museum oder auch das Fremantle Arts Center besichtigt werden. Wir werden die Stadt zunächst mit dem Segway erkunden. Wer ein ungewöhnlichen Ort zum Übernachten sucht, kann diesen im Hostel im alten Freemantle Gefängnis finden.

Nach unserer Segwaytour fahren wir zum Flughafen, um unseren internationalen Flug nach Singapur zu bekommen. Eine tolle Tour mit etlichen Highlights und wunderschönen Eindrücken neigt sich dem Ende zu.

 

Links:

Korallenküste entdecken

Alex Hotel in Perth

Pinnacles Tagesausflug

Sarah Eipper
Ich war bereits in Australien, Neuseeland, Peru, Kolumbien, Namibia, in den USA und auf den Cook Islands. Sehr verschiedene Destinationen. Auch beim Reisen selbst fasziniert mich die Vielfalt: Australiens malerische Strände und das wilde Outback, Neuseelands atemberaubende landschaftliche Vielfalt und Perus faszinierende Weltwunder und Traditionen. Auf meinen Reisen habe ich viele aufregende Dinge erlebt. Eine Übernachtung im Outback unter freiem Sternenhimmel in Australien, eine Kreuzfahrt durch Fiordland mit anschließendem Überflug in Neuseeland und die mächtige Anlage Machu Picchu ganz nah in Peru gehören definitiv zu meinen schönsten Erinnerungen.